Sarrazin

Sarrazin provoziert weiter: Auch im neuen Buch vertritt er fragwürdige und unsozialdemokratische Thesen

Auf die Vorabveröffentlichungen im Spiegel und der Bildzeitung am Montag hat der Landesvorsitzende Michael Müller mit deutlichen Worten reagiert: „Den offensichtlich gelangweilten Ex-Senator treibt die reine Lust an der Provokation zu immer fragwürdigeren und menschenverachtenderen Aussagen“. Mit jedem Auftritt und jedem Text würde es schlimmer. „Seine Positionen haben absolut nichts mit sozialdemokratischer Integrationspolitik oder überhaupt mit demokratischer Politik zu tun. Ich würde mir wünschen, dass er sich mehr mit seinem Job beschäftig, anstatt die Menschen in Deutschland immer wieder von neuem mit seinen absurden Ergüssen zu behelligen.“ 

Als "diffamierend und gefährlich populistisch“ hat auch die Vorsitzende der AG Migration in der Berliner SPD, Ülker Radziwill, Vorabveröffentlichungen aus dem Buch von Thilo Sarrazin bezeichnet. "Spätestens jetzt haben wir Thilo Sarrazins Meinungsäußerungen zum Thema Integration von muslimischer Bevölkerung schwarz auf weiß in seinem Buch. Er kann nun nicht mehr das Argument vorschieben, er sei von Journalisten falsch verstanden oder falsch zitiert worden", so die SPD-Abgeordnete. "Und die Vorabveröffentlichung machen seine menschenverachtende Grundhaltung wieder nur zu deutlich: Wer in unserer Demokratie Menschen allein nach ,wirtschaftlichen Mehrwert' und ,Verwertbarkeit' beurteilt, hat aus der Geschichte unseres Landes anscheinend nichts gelernt. Das ist zutiefst un-sozialdemokratisch, er hat seine politische Heimat nicht mehr in der Sozialdemokratie." Der Druck auf Sarrazin, die Partei selbst zu verlassen, steigt. 

Zur Bewertung der Medien zum Beispiel der Tagesspiegel: Sarrazins Thesen sind absurde Ergüsse