Hellmut Stern

Hellmut Stern: "Saitensprünge"

Hellmut Stern, langjähriger Erster Geiger des Berliner Philharmonischen Orchesters, ist am 1. September 2010 zu Gast in der Galerie im Kurt-Schumacher-Haus. Auf Einladung des Kulturforums Stadt Berlin der Sozialdemokratie spricht er über zwei Ereignisse, die sein Leben geprägt haben und die er in seinem Buch "Saitensprünge – Erinnerungen eines leidenschaftlichen Kosmopoliten" beschrieben hat: die Vertreibung aus Deutschland, das Leben in China und die Ausreise nach Israel sowie seine Zeit bei den Berliner Philharmonikern, die Kooperation und Konflikte mit Herbert von Karajan.

Hellmut Stern war 10 Jahre alt, als er 1938 gemeinsam mit seinen Eltern vor den Nazis nach China flüchten musste. Die Möglichkeit hierzu war ein Glück. Elf Jahre dauert die Zeit des Exils – ein Schicksal, dass die Sterns mit tausenden Deutschen teilen, die in ihrer Heimat keine Chance zum Überleben hatten. In China gelangen sie nach Harbin in der Mandschurei. Es ist eine Zeit bitterer Not; Hunger, Kälte und Krankheit sind alltäglich, Unterdrückung und Bürokratie der chinesischen, japanischen und sowjetischen Machthaber nur schwer zu ertragen. Ein Lebensretter ist Hellmuts Geige: er lernt das Instrument zu beherrschen, spielt in kleinen Ensembles oder Orchestern, ein wichtiger Beitrag für das Überleben der Familie und Grundlage für seine Entwicklung zum professionellen Musiker.

Im Frühjahr 1949 gelingt endlich die Ausreise nach Israel, und es beginnt die musikalische Karriere von Hellmut Stern. Er spielt im Israel Philharmonic Orchestra, in USA im St. Louis Symphonie Orchestra, im Juni 1961 kommt er zurück nach Berlin, spielt am 15. August 1961 zum ersten Mal bei den Berliner Philharmonikern.



Mittwoch, 1. September 2010, 19.00 Uhr
Galerie im Kurt Schumacher Haus
Müllerstr. 163, 13353 Berlin-Wedding
(S- und U-Bahnhof Wedding)