"Jutta Limbach hat sich um Berlin verdient gemacht"

"Jutta Limbach hat sich um Berlin verdient gemacht"

Jutta Limbach, Juni 2016
 

Die Berliner SPD trauert um die ehemalige Justizsenatorin und Verfassungsgerichtsvorsitzende Jutta Limbach, die am 10. September im Alter von  82 Jahren verstorben ist. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller würdigte Jutta Limbach als „eine prägende Gestalt der Berliner und der deutschen Politik“. Berlin habe ihr viel zu verdanken.
"Jutta Limbach war eine große Sozialdemokratin, Juristin und Feministin", so Eva Högl, Vorsitzende der AsF Berlin. „Sie wird uns fehlen. Frau Limbach war ein Vorbild. Sie prägte wichtige und wegweisende Entscheidungen des obersten Bundesgerichts und war bekannt für ihr beherztes Engagement für ihre Überzeugungen, die von sozialdemokratischen Grundsätzen geprägt waren. Besonders fehlen wird ihre Stimme im Einsatz für die Gleichstellung der Frauen
 „Die Berliner SPD verliert eine Sozialdemokratin, die sich stets  in der großartigen Tradition ihrer Familie für Emanzipation und Selbstbestimmung eingesetzt hat“, erklärte Dennis Buchner, Landesgeschäftsführer der Berliner SPD.  „Ihre Großmutter war die SPD-Politikerin Elfriede Ryneck, die der Weimarer Nationalversammlung angehörte, ihre Urgroßmutter war Pauline Staegemann, die 1873 den ersten sozialdemokratischen Frauenverein gründete.“
In dieser Tradition stand Jutta Limbach gerne: "Ohne Selbstbehauptungswillen kommt eine Frau in unserer Gesellschaft nicht voran", schrieb sie 1995. Erst in diesem Jahr verfasste sie ein Buch  über ihre streitbare Urgroßmutter.
Geboren am 27.03.1934 in Berlin absolvierte Jutta Limbach 1962 das 2. Staatsexamen. 1966 promovierte sie. Ihre Habilitation 1971 hatte das  Thema „Das gesellschaftliche Handeln, Denken und Wissen im Richterspruch“.  Ab 1972 lehrte sie als Professorin an der FU Berlin und in Bremen.  Daneben stand ihr gesellschaftspolitisches Engagement, etwa im Verein Kontakte, der die Verbindungen in die ehemalige Sowjetunion pflegte, oder als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Familienfragen beim Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit.
Walter Momper holte sie 1989 in den rot-grünen Berliner Senat. In ihre Amtszeit als Justizsenatorin fiel  die Vereinigung der Stadt. „Mit ihrer ruhigen und zupackenden Art hat Jutta Limbach nach 1990 für eine einheitliche Justiz in Berlin gesorgt und die Aufarbeitung des DDR-Unrechts vorangetrieben. Gerechtigkeit im Großen wie im Kleinen war ihr ein Herzensanliegen", sagte SPD-Landesgeschäftsführer Dennis Buchner  
Von 1994 bis 2002 war sie Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts und von 2002 bis 2008 Präsidentin des Goethe-Instituts.