Koalitionsverhandlungen: Gute Bildung für alle

R2G-Koalitionsverhandlungen

Koalitionsverhandlungen: Gute Bildung für alle

Koalitionsverhandlungen 2016 - Saal
 

Mit dem Ausbau der Gemeinschaftsschulen und des inklusiven Lernens sieht sich Rot-Rot-Grün auf einem guten Weg zu einem Bildungssystem, das zur Entkoppelung des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft beiträgt. Ziel ist es, in der kommenden Legislaturperiode das bestehende zweigliedrige Schulsystem sozial gerechter, leistungsfähiger und inklusiver zu gestalten.

Konkret wird die Gemeinschaftsschule als schulstufenübergreifende Regelschulart ins Schulgesetz aufgenommen. Die Bezirke sollen ermuntert werden, bei Neubauten mit Gemeinschaftsschulen zu planen.

Auch die inklusive Schule wird als eine Schule für alle wird im Schulgesetz verankert. Schulen sollen die notwendigen zusätzlichen Ressourcen erhalten, damit alle Schülerinnen und Schüler die ihnen zustehende Förderung bekommen. Die Koalition will die Voraussetzungen schaffen, dass die Beschulung in einer Regelschule für alle Schülerinnen und Schüler ermöglicht wird. Auch Gymnasien sollen künftig inklusiv arbeiten und Schüler mit besonderem Förderbedarf aufnehmen.

Gleichzeitig ist den Koalitionären die Begabtenförderung ein ebenso wichtiges Anliegen. Es wird deshalb ein umfassendes Programm erarbeitet werden, welches nicht nur den Unterricht umfasst, sondern auch die Förderung der besonderen Talente im musischen, sportlichen und kreativen Bereich einbezieht

Die künftige Koalition wird die Lehrerinnen und Lehrer durch die Schaffung von Verwaltungsleitungsstellen und IT-Stellen entlasten. Im Zuge der Digitalisierung sollen die Schulen mit besseren Breitbandverbindungen, WLAN und einer zeitgemäßen Hard- und Software-Ausstattung unter Einbeziehung von Open-Source-Software ausgestattet werden. Mittelfristig strebt Rot-Rot-Grün die Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit an. 

An der Struktur der Gymnasien hält die Koalition fest. Dies beinhaltet das sog. Probejahr, das in seiner jetzigen Form beibehalten wird. Rot-Rot-Grün ist sich darin einig, politische Debatten im Unterricht zu stärken. Gemeinsam mit dem LandesschülerInnenausschuss, weiteren Vertretungen von Schülerinnen und Schülern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie den Eltern wird deshalb ein konstruktiver Dialog angestoßen, wie die politische Bildung, auch über die Einführung eines Faches Politik, vertieft werden kann.

Um die wichtige pädagogische Leistung der Grundschullehrerinnen und -lehrer noch mehr zu würdigen, werden die Grundschullehrkräfte künftig in Berlin besser bezahlt. Außerdem soll in den Grundschulen der Ganztagsbetrieb ausgeweitet und das Jahrgangsübergreifende Lernen (JÜL) gefördert werden.

 

Kita und Jugend 

Um künftig allen Kindern den Zugang zur Förderung und Betreuung in der Kita und im Hort zu eröffnen, haben sich SPD, Linke und Grüne bei den Koalitionsverhandlungen darauf verständigt, die Bedarfsprüfung für die Berliner Kita- und Hortplätze größtenteils abzuschaffen. Für einen Kitaplatz sollen Eltern nur noch dann ihren Bedarf nachweisen müssen, wenn sie ihre Kinder länger als sieben Stunden betreuen lassen wollen. Die Koalitionäre sind überzeugt, dass gerade Kinder aus sozial schwachen Familien von einer Förderung im Nachmittagshort profitieren würden.

Zudem einigte sich Rot-Rot-Grün darauf, mehr Geld in den Ausbau von Kitaplätzen zu investieren. Der Anspruch auf inklusive Förderung von Kindern mit Behinderung in Kitas soll umgesetzt werden. Über die Betreuungsqualität in den Kitas wollen die Parteien in der Schlussrunde der Verhandlungen diskutieren.

Die Bekämpfung von Familien- und Kinderarmut bildet einen weiteren Schwerpunkt. Die Koalition wird hierfür ein Familienfördergesetz auf den Weg bringen und ein ressortübergreifendes Programm zur Bekämpfung der Kinderarmut auflegen. 

Außerdem verständigte sich Rot-Rot-Grün auf einen flächendeckenden Ausbau von Familien- und Stadtteilzentren sowie Nachbarschaftshäusern. Der Familienpass wird um weitere Angebote ergänzt.