Die SPD Berlin zeigt wieder Flagge

Die SPD Berlin zeigt wieder Flagge

Terre des femmes Flagge am KSH, 25.11.2016
 

Jedes Jahr findet am 25. November der von den Vereinten Nationen initiierte Internationale Tag zur Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen statt. Aus diesem Grund hisste der Regierende Bürgermeister und SPD-Landesvorsitzende Michael Müller zusammen mit der Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat am Kurt-Schumacher-Haus die Flagge „Nein zu Gewalt an Frauen – frei leben ohne Gewalt“ der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes. Für die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) waren Martina Hartleib und Anett Seltz dabei. Michael Müller machte deutlich: „Die Berliner SPD verurteilt Gewalt an Frauen. Es ist uns wichtig, dass der Schutz vor solchen Übergriffen verbessert wird.“

 
Tag gegen Gewalt an Frauen

Gegen Gewalt an Frauen: Martina Hartleib, Michael Müller und Anett Seltz

 

Dieses Jahr steht der Aktionstag unter dem Schwerpunktthema „Tür auf! Schutzräume für alle gewaltbetroffenen Frauen“. Berlin hat viel im Kampf gegen Gewalt an Frauen erreicht. Dennoch wurden allein im vergangenen Jahr knapp 14 500 Frauen in Berlin Opfer häuslicher Gewalt. Das ist die Anzahl der Fälle, die bei der Polizei registriert wurden. Die Dunkelziffer ist vermutlich sehr viel höher. Zudem suchten mehrere hundert Frauen und Kinder Schutz in Berliner Frauenhäusern. Besonders oft trifft dies Frauen in ohnehin unsicheren Lebenssituationen oder mit Beeinträchtigungen. „Der Kampf gegen Gewalt an Frauen bleibt eine Daueraufgabe. Wir müssen den Bedürfnissen wohnungssuchender, gewaltbetroffener Frauen und von Frauen mit Behinderung noch stärker Rechnung tragen und zusätzliche Schutzplätze für geflüchtete Frauen vorhalten“, sagte Dilek Kolat.

Die Inanspruchnahme aller bestehenden Hilfsangebote ist hoch. Auch, wenn die Zahl hilfesuchender Frauen im letzten Jahr leicht rückläufig war, hat der Berliner Senat in den vergangenen Jahren den Etat für diese Hilfsangebote aufgestockt. In 2016 wurden die Angebote mit 7,5 Millionen Euro finanziert und weiter ausgebaut. Aktuell gibt es in Berlin sechs Frauenhäuser, fünf Fachberatungsstellen sowie eine rund um die Uhr besetzte Hotline, die betroffenen Frauen auch nachts und an Feiertagen zur Verfügung stehen. Mit diesem Angebot steht Berlin im Ländervergleich an zweiter Stelle hinter Schleswig-Holstein.

Seit 2014 bildet außerdem die Gewaltschutzambulanz der Berliner Charité eine wichtige Anlaufstelle für Opfer von Gewalt. Dort können Frauen, aber auch Männer und Kinder, ihre Verletzungen dokumentieren lassen – auch wenn sie anschließend nicht zur Polizei gehen. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen setzt sich seit Jahren für solch niedrigschwellige Angebote ein, um Frauen vor häuslicher Gewalt besser zu schützen und dieser vorzubeugen. „In der Koalitionsvereinbarung mit haben wir uns deshalb darauf geeinigt, die Gewaltprävention und das Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen zu erweitern. Dazu gehören der Ausbau der Gewaltschutzambulanz sowie weitere Plätze in Frauenhäusern und anderen Schutzeinrichtungen“, so Müller weiter.

Fotos: Lisa Frerichs