Füreinander: Michael Müller in Charlottenburg-Wilmersdorf

Füreinander: Michael Müller in Charlottenburg-Wilmersdorf

Füreinander-Tour in Charlottenburg-Wilmersdorf
 

Die ersten Fragen betreffen den Bezirk. Was wird aus den Tennisplätzen hinter dem Lehniner Platz, die zum denkmalgeschützten Woga-Ensemble des Architekten Erich Mendelsohn gehören, will ein Fragesteller bei der Füreinander-Tour von Michael Müller in der Filmbühne am Steinplatz wissen. Michael Müller nimmt die Frage als Beispiel für die unterschiedlichen Interessen, die sich in einer wachsenden Stadt zeigen. Berlin braucht dringend neue Wohnungen, das ist unbestritten:  "Mindestens zehntausend pro Jahr, verstetigt über einen längeren Zeitraum", sagt der Regierende Bürgermeister. Aber dort, wo gebaut werden kann, argumentieren immer wieder Anwohner dagegen, verweisen auf Grünflächenbedarf oder Denkmalschutz. "Aber es gibt auch ein gesamtstädtisches Interesse", so Michael Müller. Ihm geht es um eine offene und nachvollziehbare Interessenabwägung. Das ist nicht immer einfach. Aber es gibt Beispiele, die zeigen, dass auch andere Interessen nicht zu kurz kommen: So wird etwa der Mauerpark erweitert, am Gleisdreieck ist ein Park neu entstanden.

Wachsende Stadt, das heißt auch wachsende Verwaltung, betont Michael Müller. Er hat sich auf dem Landesparteitag dafür eingesetzt, künftig auf festgelegte Obergrenzen zu verzichten und Einstellungen nach dem Bedarf vorzunehmen, bei Polizei und Feuerwehr ebenso wie im Schulbereich.

 

 
Füreinander-Tour: Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann beantwortete bezirkliche Fragen.

Füreinander-Tour: Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann beantwortete bezirkliche Fragen.

 

Das Anwachsen der AfD beunruhigte eine Fragestellerin, die wissen wollte, was die SPD dagegen unternimmt.  "Die Politik muss hier gemeinsam klare Kante zeigen", sagte Michael Müller. Die AfD dürfe nicht als "normale" Partei behandelt werden. Sie wolle eine andere Gesellschaft, halte nichts von Gleichstellung. So sei denn auch der Angriff auf den Fußballspieler Boateng durch den AfD-Politiker Gauland kein Ausrutscher, meinte Müller. Es zeige eine Haltung, die dahinter stecke, die nicht akzeptabel sei. Müller warnte davor, aus Protest eine solche Partei zu wählen. Wenn die AfD bei einer solchen Wahlentscheidung nach dem Proporz Stadträte ín den Bezirksämtern stelle, dann, so Müller, "ärgern Sie nicht Henkel oder Müller, sondern sich selbst".