Equal Pay day: Recht auf mehr!

Equal Pay Day: Recht auf Mehr!

Equal Pay Day 2016 am Brandenburger Tor

© Martina Hartleib

 

Am 18. März ist bundesweit darauf aufmerksam gemacht worden, dass Frauen immer noch 22 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Oder anders ausgedrückt: Am 19. März 2016 haben Frauen so viel verdient wie Männer schon am 31. Dezember 2015.

Berlins SPD-Landesvorsitzender Jan Stöß hat an der großen Equal-Pay-Day-Kundgebung am Brandenburger Tor teilgenommen. „Die SPD ist die politische Kraft, die auf allen Ebenen dafür kämpft, dass diese Lohnlücke geschlossen wird", erklärte Stöß. "Das Entgeltgleichheitsgesetz ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin. In diesem Jahr stehen die Care-Berufe im Mittelpunkt. Ein wichtiger Schwerpunkt, denn immer noch werden Pflege, Gesundheit, Erziehung und Bildung schlechter bezahlt als z.B. die MINT-Berufe. Hier wird eine falsche und anachronistische Wertigkeit von Berufen erzeugt, die die Realität in unserem Land schon lange nicht mehr abbildet. Frauen verdienen die gleich Bezahlung, den gleichen Respekt und die gleichen Chancen wie Männer!“

 
Equal Pay Day 2016 am Brandenburger Tor

© SPD Bundestagsfraktion

Equal Pay Day 2016 am Brandenburger Tor

 

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) hatte zur Teilnahme an der Kundgebung aufgerufen, die gemeinsam vom Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Deutschen Frauenrat und dem Sozialverband Deutschland getragen wurde. Viele Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion und der Berliner Abgeordnetenhausfraktion nahmen teil.

Ina Czyborra, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion: „Gleich welcher Datensatz zur Analyse der Erwerbseinkommen herangezogen wird, liegt das Einkommen von Frauen mindestens 20 Prozent unter dem von Männern. In Berlin hat sich der so genannte Gender Pay Gap um etwa 2 Prozent verringert und liegt derzeit bei 12,9 Prozent. Dabei sind die Einkommensunterschiede in höheren Gehaltsgruppen weitaus größer als in den unteren mit geringeren Verdiensten. Die Lohnlücke schließt sich trotz aller Bemühungen nur sehr langsam, weil sich hartnäckig Stereotype und Vorurteile halten und Frauen und Männern verschiedene Rollen mit unterschiedlichen Eigenschaften und Aufgaben zugewiesen werden. Wir brauchen dringend eine gesetzliche Regelung auf Bundesebene, um geschlechtsspezifische diskriminierende Gehaltsstrukturen transparent zu machen und aufzubrechen. Dass solch ein Ansatz funktioniert, beweist das Berlin Landesgleichstellungsgesetz und seine Erfolge in 25 Jahren. Mit diesem Gesetz kommt die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Land Berlin weiter voran. Frauen übernehmen inzwischen mehr Verantwortung in Führungspositionen, nachdem sie lange insbesondere bei den höheren Einkommen stark unterrepräsentiert waren.“

Burgunde Grosse,arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion: „Mit der Einführung des Mindestlohns sind wir einen wichtigen Schritt vorangekommen, die bestehenden Lohnungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern abzubauen und die Lohnlücke von unten zu schließen. Vom Mindestlohn profitieren nämlich gerade jene Berufsgruppen am meisten, in denen Frauen überproportional vertreten sind, wie der Handel, das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Pflege oder das Reinigungsgewerbe. Unser aller Ziel muss es sein, die Wertschätzung für diese Berufe zu erhöhen. Soziale Dienstleistungen, wie z.B. Erziehung und Pflege, leisten einen grundlegenden Beitrag für das Funktionieren und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Das sollte auch auf dem Lohn-zettel sichtbar werden! Gleichzeitig müssen wir die Berufswahl von tradierten Rollenbildern befreien und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Nur so kann es uns gelingen, die Lohnlücke auf allen Ebenen zu schließen und unseren Bedarf an Fachkräften in Zukunft zu sichern.“