AG Migration & Vielfalt: "Die Weltoffenheit verteidigen"

AG Migration & Vielfalt: "Die Weltoffenheit verteidigen"

AG Migration: Die Abgeordnetenhauskandidatinnen und -kandidaten

AG Migration: Die Abgeordnetenhauskandidatinnen und -kandidaten

 

„Wir wollen diese Stadt der Vielfalt auch weiterhin sozial gestalten“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister und SPD-Landesvorsitzender Michael Müller auf dem Empfang der SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration & Vielfalt am 27. Juni. „Die Menschen kommen hierher, weil sie diese bunte, tolerante und von Freiheit geprägte Stadt genauso schätzen wie die Menschen, die schon hier sind. Dieses Klima müssen wir gegen ausgrenzende Populisten verteidigen.“ In diese Auseinandersetzung werde die SPD aktiv gehen und nicht Zuschauer sein, betonte Müller.

 
Michael Müller, Sophia Oppermann, Uwe-Karsten Heye
 

Weit über hundert Gäste aus den unterschiedlichsten Organisationen und Bereichen waren in die Räume des Vereins „Gesicht zeigen“ in Tiergarten gekommen, in denen der Empfang stattfand. Sie wurden von der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Daniela Kaya und von Uwe-Karsten Heye, Vorstandsvorsitzender des Vereins „Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“ begrüßt. Der Verein,  der sich die Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus, hat in seinen Räumen am S-Bahnhof Bellevue eine Ausstellung organisiert.

 
Musiker und Flüchtling Aeham Ahmad
 

Der syrische Musiker und Flüchtling  Aeham Ahmad  eröffnete den Abend mit arabischem Gesang und einem musikalischen Medley am Klavier. In seiner Rede ging Müller auf die Bedeutung der Schule als Integrationsmotor ein und erneuerte die Zusage, die  Schulsanierung zu einem Schwerpunkt zu machen.  Berlin habe bei der Aufnahme der Geflüchteten zunächst Probleme gehabt, es sei aber vieles gelungen. Dass die Zahl der ankommenden Menschen jetzt deutlich geringer sei, müsse nicht auf Dauer so bleiben, sagte Müller unter Verweis auf die weltweiten Konflikte. Berlin werde aber „unserer Verpflichtung für die Menschen, die weiterhin vor Krieg und Verfolgung zu uns fliehen müssen, weiter gerecht werden“.  Müller forderte die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung für die Länder und Kommunen ein und wie auf die neuen Aufgaben hin: Es gehe um  Teilhabe durch gute Bildung, Ausbildung und Arbeit für alle in Berlin.  Zum Schluss  rief er alle zum aktiven Wahlgang gegen Rechtspopulismus auf.

 
Daniela Kaya, Michael Müller

Daniela Kaya, Michael Müller

 
 
Youssef und Leila von der Poetry Slam Gruppe „i.slam“
 

Youssef und Leila von der Poetry Slam Gruppe „i.slam“  befassten sich in ihrem Auftritt mit  Integration, Diskriminierung, Vielfalt und Frauenrechten. In einer Talkrunde, moderiert von Alev Deniz, stellvertretende Landesvorsitzende der AG Migration & Vielfalt, erläuterte  Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, die Bedeutung des Programms „BerlinArbeit“ für die Integration.

 
Alev Deniz, Dilek Kolat
 

Die Arbeitslosenquote ist deutlich gesunken, auch die Jugendarbeitslosigkeit ist weiter zurückgegangen.  „Berlin ist die Stadt der Integration“, erklärte sie.  Viel Unterstützung im Publikum fand ihre Forderung, die Arbeit der Integrationslotsen und Stadtteilmütter auch künftig finanziell abzusichern und daraus ein Berufsbild zu entwickeln. Arbeit und Bildung seien Integrationsmotoren, so Dilek Kolat.  Der integrationspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Rainer-Michael Lehmann sprach sich dafür aus, die Integrationsaufgaben künftig unter dem Dach einer Willkommensbehörde zusammenzufassen.  Aus ihrer kommunalpolitischen Arbeit in Neukölln berichtete Derya Caglar, die jetzt für das Abgeordnetenhaus kandidiert. Auf Integrationspolitik will sie sich aber nicht festlegen lassen: Integrationsthemen spielten schließlich in alle Bereiche hinein.

 
Alev Deniz, Dilek Kolat, Derya Caglar, Rainer-Michael Lehmann
 

Mit einer Hip Hop Einlage über Integration und gleiche Bildungschancen  und einem weiteren Auftritt des syrischen Musikers Aeham Ahmad  mit einem Lied über die Liebe zu seinen Kindern endete der musikalische Teil des Abends. Die politischen Diskussionen dauerten noch lange an.