Berliner SPD: mehrere Hundert Neueintritte

Berliner SPD: Mehrere hundert Neueintritte

Neumitgliedertreffen Dezember 2016
 

Rund 500 Neumitglieder sind in den letzten fünf Monaten in die Berliner SPD eingetreten, weit über 100 folgten am 1. Dezember der Einladung des SPD-Landesvorsitzenden Michael Müller und des  Landesgeschäftsführers Dennis Buchner zum Neumitgliedertreffen  im Kurt-Schumacher-Haus in Berlin-Wedding.

Ein besonders großer Schub war nach der Wahl Donalds Trumps zum Präsidenten der USA zu verzeichnen.  Beim Neumitgliedertreffen  wurde deutlich: Viele nahmen die Wahl des polarisierenden Politikers als Anlass, der SPD beizutreten.  In Zeiten des Erstarkens rechtspopulistischer Parteien entstand bei vielen Berlinerinnen und Berlinern der Wunsch, eine klare Gegenposition deutlich zu machen.  Das überraschend hohe Ergebnis der AfD bei der Abgeordnetenhauswahl im vergangenen September bewegte zusätzlich viele dazu, politisch aktiv zu werden. Ein Neumitglied gab an „nicht mehr nur meckern“ zu wollen. Seine Familie und sein Freundeskreis rieten ihm: „Quatsch nicht, mach was.“ Deshalb wolle er sich nun nach jahrelangem Wählen der SPD selber in der Partei engagieren.

 
Neumitgliedertreffen Dezember 2016
 

Insgesamt wurde erkennbar, dass bei vielen Neumitgliedern der Wunsch besteht, sich aktiv ins Parteileben einzubringen.  Viele Fragen drehten sich um konkrete Mitmachmöglichkeiten wie die zahlreichen Arbeitsgemeinschaften und Fachausschüsse auf Bezirks-, Kreis- oder Landesebene.  Großes Interesse bestand auch an den Bildungsangeboten und Veranstaltungen der SPD oder von Bildungsträgern wie dem August-Bebel-Institut.

Rechtspopulistischen Parteien und Strömungen entschlossen entgegen zu treten und eine Strategie zu entwickeln, an die AfD verlorene Bereiche wieder zurückzugewinnen, befanden viele neue Mitglieder als zentrale Aufgabe der neuen Regierung. Sowohl das Publikum als auch Michael Müller und Dennis Buchner waren sich einig, dass dies nur über einen Dialog und politische Bildungsangebote insbesondere an die jüngere Generation geschehen könne. Der Regierende Bürgermeister betonte aber auch: „Ich bin nicht bereit meine sozialdemokratischen Grundwerte aufzugeben, um alle zu erreichen, die bei der letzten Wahl die AfD gewählt haben. Mir ist eine klare, sozialdemokratische Haltung wichtig. Ich werde selbstbewusst unsere Ziele in der Regierung vertreten und nicht jedem hinterher rennen.“

 
Neumitgliedertreffen Dezember 2016
 

Weitere Fragen betrafen den kürzlich vorgestellten Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Landesregierung. Die Neumitglieder wollten beispielsweise wissen: Welche Investitionen wird es im Bereich der Schulsanierung geben? Wie kann in der Innenstadt bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? Was wird in der öffentlichen Verwaltung passieren? Zwei Stunden standen Müller und Buchner dazu Rede und Antwort. Am Ende der Veranstaltung wurde nochmals deutlich: Wer ein gerechtes und weltoffenes Berlin befürwortet, ist in der Sozialdemokratie gut aufgehoben!

 

Für ein weltoffenes und tolerantes Berlin

 

Am 21.12.2016 wollen verschiedene rechte Akteure in Berlin Kundgebungen abhalten, um ihre Hetze zu verbreiten. Bisher wissen wir sicher von einer NPD Kundgebung um 18.00 am Bahnhof Zoo (nähe Hardenbergplatz).

Verachtung empfinden wir für diejenigen, die jetzt aus den Opfern ihr politisches Kapital schlagen wollen, um weiter Hass zu säen und die Gesellschaft zu spalten.

Berlin steht an der Seite der Betroffenen des Anschlagesam Breitscheidplatz. In Gedanken sind wir bei den Opfern und ihren Familien.

Wir leben Weltoffenheit und Toleranz auf den Straßen und Plätzen, in den Klassenräumen und Betrieben, in Gotteshäusern, auf den Sportplätzen und in den Geschäften unserer Stadt. Was uns verbindet ist ein klares Bekenntnis gegen fremdenfeindliche, rassistische, antisemitische, nationalistische und menschenverachtende Ansichten in unserer Stadt.

Ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Kirchen und Verbänden ruft zu einer Gegenkundgebung auf:
am 21. Dezember 2016
um 18.00 Uhr
am Bahnhof Zoologischen Garten (Breitscheidplatz)

Wir bitten alle Berlinerinnen und Berliner sich daran zu beteiligen.