Rawert: Kampf gegen Analphabetismus in Deutschland

Rawert: Kampf gegen Analphabetismus in Deutschland

Mechthild Rawert
 

Zum Weltalphabetisierungstag  am 8. September hat die Bundestagsabgeordnete für Tempelhof-Schöneberg, Mechthild Rawert, zu verstärkten Anstrengungen aufgerufen.  „Dank der SPD ist die nationale Alphabetisierungsdekade in den Koalitionsvertrag aufgenommen worden", so Mechthild Rawert. "Unser Ziel ist es, die 7,5 Millionen funktionalen AnalphabetInnen in Deutschland zu unterstützen und ihre Schreib- und Lesefähigkeiten zu stärken. Im Haushalt 2015 wurden Mittel in Höhe von knapp 20 Millionen Euro für den Kampf gegen funktionalen Analphabetismus und fehlende Grundbildung bereitgestellt“, erläutert die Bundestagsabgeordnete."

Im Koalitionsantrag vom 11. Juni 2015 stellten die SPD- und die CDU/CSU-Fraktion ihr Konzept für die nationale "Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung" vor. Das Konzept basiert vor allem auf drei Instrumenten:

  • ein familien- und lebensweltorientiertes Förderprogramm, welches die Schreib- und Lesepraxis in Familien stärken soll,
  • den Ausbau arbeitsplatzorientierter Grundbildung, damit vor allem erwerbstätige Menschen mit Lese- und Schreibschwäche erreicht werden, und
  • die Etablierung einer nationalen Koordinierungs- und Monitoringstelle, die die Aktivitäten auf Bundes- und Landesebene bündelt und Service und Beratung für die Betroffenen bietet.

Der Weltalphabetisierungstag  erinnert an die Problematik des Analphabetismus, erinnert daran, dass weltweit rund ein Fünftel der erwachsenen Menschen weder lesen noch schreiben kann.  Er wurde von der UNESCO im Anschluss an die Weltkonferenz zur Beseitigung des Analphabetentums im September 1965 in Teheran ins Leben gerufen und am 8. September 1966 erstmals begangen. In Deutschland können rund 7,5 Millionen Menschen nicht richtig lesen und schreiben. Das war das Ergebnis der Studie „leo. - Level-One“, die 2010 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung als erste Studie in Deutschland die Größenordnung des funktionalen Analphabetismus unter der erwerbsfähigen Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren untersucht hat. Funktionale AnalphabetInnen können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, nicht jedoch zusammenhängende Texte verstehen.
„Der Kampf gegen Bildungsarmut in Deutschland ist daher nicht auf das Kindes- und Jugendalter beschränkt. Alphabetisierung ist altersunabhängig der Schlüssel zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe“, so Mechthild Rawert.