Berliner SPD erinnerte an die Parteivereinigung

Berliner SPD erinnerte an die Vereinigung der Partei

Anne-Kathrin Pauk und Walter Momper

Anne-Kathrin Pauk und Walter Momper

 

Mit einer Feierstunde in der Sophienkirche in Mitte hat die Berliner SPD am 14. September an die Vereinigung des Ost-Berliner Bezirksverbandes der SPD und des West-Berliner Landesverbandes vor 25 Jahren erinnert. Es sollte eine „Vereinigung von Gleich zu Gleich“ sein, so der damalige SPD-Landesvorsitzende Walter Momper. „Das haben wir auch geschafft.“

In einer Grußadresse sprach der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel seinen Respekt aus für die erste erfolgreiche, demokratische Revolution auf deutschem Boden. „Sozialdemokraten“, so Vogel, „haben die Einheit maßgeblich mitbestimmt.“

 
SDP-Mitbegründer: Jörg Richter und Martin Gutzeit

SDP-Mitbegründer: Jörg Richter und Martin Gutzeit

 

Bis zum Mauerbau am 13. August 1961 hatte es die SPD - anders als in der DDR - auch in Ost-Berlin gegeben. Mit der Teilung der Stadt entließ die SPD ihre Mitglieder in Ost-Berlin aus ihren Pflichten. Erst mit der Gründung der SDP im Oktober 1989 meldete sich die Sozialdemokratie im Ostteil der Stadt wieder zu Wort. Der Niedergang der DDR und der SED sei offenkundig gewesen, so Martin Gutzeit, der gemeinsam mit Markus Meckel die Idee der Parteigründung vorangetrieben hatte. Die unabhängige Parteigründung war eine Kampfansage an die SED und ihre Blockparteien.

 
Jan Stöß, Walter Momper, Klaus Wowereit

Jan Stöß, Walter Momper, Klaus Wowereit

 

Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß dankte den GründerInnen der SDP für ihren Mut. Am 5. November 1989 wurde in der Sophienkirche der Bezirksverband Ost-Berlin gegründet und die damals 23jährige Anne-Kathrin Pauk zur Bezirksvorsitzenden gewählt. In der Feierstunde berichteten die damaligen InitiatorInnen über die turbulenten Anfänge und die ersten Kontakte zur West-SPD. Die junge Partei musste zahlreiche organisatorische Aufgaben bewältigen, engagierte sich am Runden Tisch und bereitete Parteitage und Wahlkämpfe vor. Eine „ungeheure Lernfähigkeit“ stellte Walter Momper bei den neuen SozialdemokratInnen fest.

 
Gesprächsrunde 25 Jahre Vereinigungsparteitag: Diskussionsrunde mit Anne-Kathrin Pauk, Martin Gutzeit, Andreas Röhl, Knut Herbst, Christian Hossbach, Joachim Günther, Walter Momper und Hans-Georg Lorenz

Gesprächsrunde 25 Jahre Vereinigungsparteitag: Diskussionsrunde mit Anne-Kathrin Pauk, Martin Gutzeit, Andreas Röhl, Knut Herbst, Christian Hossbach, Joachim Günther, Walter Momper und Hans-Georg Lorenz

 

Anne-Kathrin Pauk bedauerte im Rückblick, dass es nicht gelungen sei, die Mitgliederzahl im Ostteil wesentlich zu erhöhen. In der Anfangszeit hat dabei auch die Ablehnung ehemaliger SED-Mitglieder eine Rolle gespielt. Hans-Georg Lorenz, 1989 geschäftsführender Landesvorsitzender der Berliner SPD, wies auf  die Offenheit und Diskussionsfreude hin: „Wir haben viel voneinander gelernt.“