Programmkonferenz: Für Chancengleichheit sorgen

Programmkonferenz: Für Chancengleichheit sorgen

Programmkonferenz 5 Bildung
 

Das Ziel heißt Chancengleichheit. Auf ihrer fünften großen Programmkonferenz am 7. Oktober hat sich die Berliner SPD mit allen Fragen rund um  Bildung befasst. Dabei bekräftigten der Regierende Bürgermeister Michael Müller und Bildungssenatorin Sandra Scheeres das Ziel einer „inklusiven Schule“, die alle Kinder aufnimmt und gleich gut fördert, egal ob sie leistungsschwächer oder leistungsstark sind.

Chancengleichheit, so Michael Müller, sei mehr als "Chancengerechtigkeit". Dies unterscheide die Berliner SPD auch von anderen Parteien, die auch eine Aussonderung von Kindern gerecht finden. Der SPD gehe es dagegen um gleiche Startchancen unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses und die bestmögliche individuelle Förderung.

 

 
Sandra Scheeres
 

Die Zeit der großen Strukturveränderungen an den Schulen sei vorbei, so Bildungssenatorin Scheeres. Die SPD habe ihr Ziel erreicht, das Schulsystem durchlässig zu machen. Kinder, die früher auf der Hauptschule gelandet seien, erreichen auf den Integrierten Sekundarschulen heute das Abitur. Jeder und jede einzelne soll den für sich optimalen Bildungsabschluss erreichen können. Niemand dürfe verloren gehen. Deshalb warb Bildungssenatorin Sandra Scheeres auch dafür, für alle Jugendlichen das 11. Schuljahr verbindlich im Rahmen der Schulpflicht zur Berufsqualifikation einzuführen. 

Das Berliner Bildungssystem bleibt religionsneutral. Michael Müller bekräftigte in seiner Rede das Neutralitätsgebot, das für alle gelte und ausdrücklich kein Kopftuch-Verbot sei, sondern eine generelle Trennung von Staat und Religion festschreibe.

 
Monika Buttgereit, Programmkonferenz 5
 

Die Gemeinschaftsschule, die an 24 Schulen erfolgreich erprobt wird, soll mit dem Ende der Pilotphase einen festen Platz in der Berliner Schullandschaft erhalten und im Schulgesetz verankert werden, darin waren sich Monika Buttgereit, Vorsitzende des SPD-Fachausschusses, und Bildungssenatorin Sandra Scheeres einig.
Viel Zustimmung fanden die Forderungen, Leitungsstellen an Grundschulen besser zu bezahlen und Funktionsstellen entsprechend zu besetzen. Gut funktionierende Schulsekretariate könnten die Lehrkräfte entlasten und ihnen wieder mehr Raum für pädagogische Arbeit lassen.

 
Panel Wissenschaft und Forschung mit Prof. Dr. Klaus Semlinger, Prof. Dr. Karl Max Einhäupl und Staatssekretär Steffen Krach

Panel Wissenschaft und Forschung mit Prof. Dr. Klaus Semlinger, Prof. Dr. Karl Max Einhäupl und Staatssekretär Steffen Krach

 

Gut aufgestellte Wissenschaftseinrichtungen sorgen bereits heute für Innovation und damit für Wachstum. Michael Müller wies auf die Herausforderungen hin, die mit der Digitalisierung verbunden sind. Hier gebe es international einen starken Konkurrenzdruck, jede Metropole arbeite an Lösungen für die Zukunft.  

Im Panel wurden konkrete Forderungen für die kommenden Jahre diskutiert. So müsse der Hochschulpakt mit dem Bund verlängert und ausgebaut werden, der Berliner Investitionspakt zum Hochschulbau soll erhöht werden.

 
Panel Jugendpolitik mit Martin Hoyer, Sigrid Klebba und Elvira Berndt

Panel Jugendpolitik mit Martin Hoyer, Sigrid Klebba und Elvira Berndt

 

Im Panel zur Jugend- und Familienpolitik sprachen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine eigenständige Jugendpolitik aus, die nicht Anhängsel der Bildungspolitik sei. Die Räume für Jugendliche müssten in der wachsenden Stadt mitwachsen. Angesichts der Veränderungen der Familienstrukturen müsse die Situation der Alleinerziehenden eine besondere Berücksichtigug finden.

 
Jan Stöß, Programmkonferenz 5
 

Der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß hatte in seiner Begrüßung auf die elektronische Abstimmung hingewiesen, mit der die im Laufe des Abends diskutierten Thesen gewichtet werden konnten. In der Abstimmung wurde der frühkindlichen Bildung und dem Kinderschutz eine besondere Bedeutung beigemessen.  Im Hochschulbereich wird auf gute Beschäftigungs- und Studienbedingungen gesetzt.

Fotos: Horb