Michael Müller: "Wer Grenzen schließen will, verkennt die Realität"

Michael Müller: "Wer Grenzen schließen will, verkennt die Realität"

Interview Michael Müller, Berliner Zeitung, 20.10.2015
 

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat im Interview mit der Berliner Zeitung vor Schnellschüssen in der Flüchtlingspolitik gewarnt und Realismus angemahnt. "Glaubt jemand ernsthaft, es reicht, einen Schlagbaum runterzulassen, und dann kommt niemand mehr? Und sollen wir, die wir als reiches Land selbst alle Kraft aufbringen müssen, um alle gut unterzubringen, den finanzschwachen Griechen erzählen, nun macht mal schnell eine Erstaufnahmeeinrichtung für hunderttausend Flüchtlinge auf der Insel Kos",  fragte Müller im Interview.

Bei der Flüchtlingsaufnahme in Berlin gebe es schon viele Fortschritte, sagte der Regierende Bürgermeister. "Wir waren wirklich nicht auf alles rechtzeitig vorbereitet, das gehört zur nötigen Selbstkritik. Aber es wurde inzwischen viel geleistet. Wir haben hier zurzeit 35.000 Flüchtlinge, die werden alles in allem gut untergebracht und versorgt mit Angeboten zum Deutschlernen, zur Qualifizierung, zur Integration. Insgesamt werden wir jeden Tag besser", so Müller, der vor genau einem Jahr den Mitgliederentscheid der Berliner SPD um die Nachfolge von Klaus Wowereit für sich entschieden hatte.

"Wir wissen, dass wir uns in den nächsten Monaten auf viele weitere Flüchtlinge einstellen müssen. Die Aufgabe ist es, dies in einer Partnerschaft zwischen Bund, Ländern und Kommunen so lange gut zu organisieren, bis internationale Maßnahmen greifen. Wir haben auch gar keine Wahl, wie durch manche Debatten suggeriert wird. Die Menschen sind da. Wir wollen und werden sie menschenwürdig behandeln. Das ist humanitäre Politik", erklärte Müller.

zum vollständigen Interview bei der Berliner Zeitung