Stöß: CDU muss in der Bildungspolitik besser aufpassen

Stöß: CDU muss in der Bildungspolitik besser aufpassen

Jan Stöß ist der Vorsitzende der SPD Berlin.
 

Die Kritik der CDU an der Unterzeichnung der neuen Rahmenpläne ist vom SPD-Landesvorsitzenden Jan Stöß zurückgewiesen worden. "Die jüngsten Äußerungen der CDU, Bildungssenatorin Sandra Scheeres habe sie vor der Unterzeichnung der neuen Rahmenlehrpläne nicht ausreichend informiert, zeugen von ungenügender Aufmerksamkeit - oder zu geringer Auffassungsgabe. Tatsächlich hat es noch in der vorletzten Woche ein ausführliches Gespräch gegeben, bei dem versucht wurde, den Bildungspolitikern der CDU die Zusammenhänge zu vermitteln. Die Bildungsverwaltung ist dabei auf alle Fragen eingegangen."

Stöß rief noch einmal den langen Entstehungsprozess des Rahmenlehrplans in Erinnerung: "Der neue Rahmenlehrplan wurde unter breiter Beteiligung der Fachleute und der Öffentlichkeit in Berlin und Brandenburg  erarbeitet. Allein in der Online-Befragung gab es etwa 4.000 Rückmeldungen. In einer Vielzahl von öffentlichen Veranstaltungen, Fachgesprächen und Gremiensitzungen wurde konstruktiv und zum Teil auch kontrovers über die Schwerpunkte des Rahmenlehrplans diskutiert. Die Bildungsverwaltung hat alle Stellungnahmen ausgewertet, Einwände veröffentlicht, auf Kritik reagiert und Veränderungen vorgenommen. Das über mehrere Jahre laufende Beteiligungsverfahren war das umfangreichste seiner Art."

Keine Abkehr von der Durchlässigkeit im Schulsystem

Die Kritik an den Rahmenlehrplänen - genau wie vor einem Jahr an den Reformen an der Lehrkräfteausbildung - ist nach Auffassung von Stöß "wohl ein bloßes Ablenkungsmanöver". Die Berliner CDU lasse in den vergangenen Jahren keine Gelegenheit aus, das Berliner Schulsystem und die Berliner Schulen schlecht zu reden. Stöß: "Sie will keine Durchlässigkeit im Bildungssystem, sie will keine besser ausgebildeten Grundschullehrer, sie will keine gerechten Chancen für alle Kinder. Die CDU macht seit Jahren im Bildungsausschuss deutlich, dass sie Kinder in Schubladen stecken will, in die einsortiert wird. Eine Rückkehr zum selektiven Schulsystem mit Restschulen wird es mit der SPD nicht geben. Wir lassen kein Kind zurück. Und dazu braucht es ein modernes Schulsystem. Der Weg, auf den wir uns vor mehr als zehn Jahren gemacht haben, wird inzwischen bundesweit kopiert. Wir werden ihn nicht verlassen."