Flagge zeigen gegen Gewalt

Flagge zeigen gegen Gewalt

Hissen der Terre des Femmes-Flagge 2015
 

Mit dem Hissen der Terre des Femmes-Fahne am Kurt-Schumacher-Haus hat die SPD Berlin am 25. November ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt. An diesem Tag wird jährlich  der Mädchen und Frauen gedacht, die Opfer von Gewalt wurden. Themenschwerpunkt ist in diesem Jahr "STOP Frühehen!". Jährlich werden weltweit 14,2 Mio. Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet.
Eva Högl, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) und Bundestagsabgeordnete für Mitte: „Am Internationalen Tag ,Nein zu Gewalt an Frauen' denken wir an die Opfer, die keine Stimme haben. Wir setzen uns national und international für die Durchsetzung eines Mindestheiratsalters von 18 Jahren ohne Ausnahme ein."
Jan Stöß, Landesvorsitzender der Berliner SPD: „Frauen trauen sich häufig kaum Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Folgen von Frühehen sind verheerend: Schulabbruch, (sexuelle) Ausbeutung, zu frühe Schwangerschaft und finanzielle Abhängigkeit. Es bleiben Narben für ihr ganzes Leben zurück. Wir wollen auf ihr Schicksal aufmerksam machen und ein deutliches Zeichen gegen Gewalt setzen!" 

 
Hissen der Terre des Femmes-Flagge 2015
 

Auch in Deutschland werden Minderjährige mit Migrationshintergrund zwangsverheiratet. Zwar liegt  das Mindestheiratsalter hier bei 18 Jahren, mit Zustimmung des Familiengerichtes allerdings können auch 16-Jährige heiraten. Häufig werden Minderjährige auch im Rahmen einer religiösen bzw. sozialen Eheschließung verheiratet, die in traditionellen Familien denselben Stellenwert wie eine standesamtlich geschlossene Ehe hat.

Eine Menschenrechtsverletzung, kein Kavaliersdelikt

„Wir brauchen eine Bewusstseinsänderung in unserer Gesellschaft", so die SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert, die Mitglied im Parlamentarischen Netzwerk "Gewaltfreies Leben für Frauen" des Europarates ist. "Jedem  Mann und jeder Frau muss bewusst werden, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen eine Menschenrechtsverletzung und kein Kavaliersdelikt oder gar Privatsache ist.“

Statistiken zeigen, dass 12 % bis 15 % der Frauen in Europa täglich Opfer häuslicher Gewalt sind. Rawert: "Das ist nicht hinnehmbar und muss bekämpft werden. Das Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, auch kurz Istanbul-Konvention genannt, ist das umfassendste internationale Abkommen, das sich die Bekämpfung dieser Art von Menschenrechtsverletzungen zum Ziel setzt.“