ASF berät Strategien gegen Altersarmut von Frauen

ASF berät Strategien gegen Altersarmut von Frauen

ASF-Konferenz 18. November 2015
 

Über „Strategien gegen Altersarmut von Frauen“ hat die Landesfrauenkonferenz  der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen" (ASF) am 18. November beraten. Frauen verdienen in ihrem gesamten Berufsleben durchschnittlich nur halb so viel wie Männer und dadurch fällt ihr Rentenanspruch um rund 60 Prozent geringer aus. Diese Lücke, auch als „Gender-Pension-Gap“ bezeichnet, ist in Deutschland breiter als in den meisten anderen Industriestaaten.

Stephanie Pruschansky von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in der SPD Charlottenburg- Wilmersdorf moderierte  die einführenden Beiträge von Dr.  Eva Högl, Mitglied des Bundestages, von Brigitte Loose von der Deutschen Rentenversicherung,  von Nina Lepsius  vom Deutschen Gewerkschaftsbund und Susan Javed von der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Als im Sommer 2014 der Deutsche Bundestag unter anderem die Rente mit 63 und die Mütterrente beschloss, schien es ein gutes Instrument zu sein, der drohenden Altersarmut von Frauen entgegen zu wirken. Doch von der Rente mit 63 profitieren vor allem Männer, etwa 70 Prozent, von der Mütterrente nur diejenigen, die vor 1992 Kinder geboren haben.

Das Rentenniveau aber sinkt weiterhin und die Arbeitsbiographien der Frauen weisen mit den Geburten von Kindern weiterhin Lücken auf, die nach der Elternzeit nicht sofort geschlossen werden können. Das, so Brigitte Loose, sei die eigentliche Ursache der Ungleichheit. Aus der Arbeitsbiographie eines Mannes lässt sich dagegen nicht ersehen, ob, wann und wie viele Kinder er hat.

Einig waren sich alle Referentinnen, dass das Ehegattensplitting in der Besteuerung endlich abgeschafft werden müsste. Es verführt dazu, dass die gut ausgebildeten Frauen nach der Elternzeit nicht auf den Arbeitsmarkt zurückkehren.

Nina Lepsius schlug vor, dass die Rückkehr von der Teilzeit auf Vollzeit rechtlich verankert werden sollte. Andere Möglichkeiten sieht Susan Javed im obligatorischen Rentensplitting, dann würden mit Beginn einer Ehe die jeweiligen Rentensprüche geteilt werden oder in einer bedingungslosen Mindestrente, die deutlich über der Grundversorgungsrente läge. Dr. Eva Högl betonte in der Diskussion, dass die Mütterrente nicht über Renteneinzahlungen, sondern solidarisch über Steuern finanziert werden müsste.

Einig waren sich alle Anwesenden in der anschließenden Diskussion, dass Minijobs nachweislich keine Brücke in Vollzeitarbeit darstellen, dass es wichtig ist, das Rentenniveau zu stabilisieren und die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern zu beenden. Viele Frauen, junge und ältere, stellten anhand von Erlebtem dar, wie bedrohlich und wie real sie Altersarmut in unserer Gesellschaft erleben.

Eva Högl, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, fasste die Lösungsansätze für eine eigenständige Altersversorgung zusammen, wies noch einmal auf die Punkte, die politische Entscheidungen verlangten und wie das Bewusstsein junger Frauen gestärkt werden könnte,  sich bereits in frühen Jahren um ihre Alterssicherung zu kümmern.