Queer-Sozis: Mit "Kiss-Ins" gegen Diskriminierung

Queer-Sozis: Mit Kiss-Ins am 17. Mai gegen Diskriminierung

Die QueerSozis (Schwusos) Berlin rufen alle Berliner*innen dazu auf, sich am Sonntag, den 17. Mai 2015, dem Internationalen Tag gegen Homo- und Trans*phobie, an den "Kiss-Ins" in Berlin zu beteiligen. Sie finden statt: 14.00: Sparrplatz, Ecke Burgsdorfstr., Wedding, 15.30: Kottbusser Tor/Adalbertstr., Kreuzberg und 17.00: Nollendorfplatz, vor MANEO/Mann-o-Meter, Schöneberg.
Berlin präsentiert sich gerne als Stadt der Offenheit und Vielfalt – und das zu Recht! Doch auch im Jahr 2015 sind homophobe Beleidigungen, Diskriminierungen und Angriffe keine Seltenheit. 2014 wurden dem Anti-Gewalt-Projekt MANEO über 200 Tatbestände gemeldet, die eindeutig einen homophoben oder trans*phoben Hintergrund hatten. Die Dunkelziffer liegt aber um ein Vielfaches höher, da sich nach wie vor viele Menschen aus Scham, Angst und anderen Gründen vor einer Meldung scheuen.
Beunruhigend ist zudem nach Ansicht der Queer-Sozis, dass Hasstiraden gegen Vielfalt wieder verstärkt in den öffentlichen Raum dringen. Ob auf Veranstaltungen rechtskonservativer Parteien und Bewegungen, auf pseudo-wissenschaftlichen Kongressen oder auf Protestmärschen gegen neue Bildungspläne: an vielen Orten machen diejenigen, die Vielfalt und Respekt ablehnen, gegen Minderheiten und eine angebliche „Homo-Lobby“ mobil. Markus Pauzenberger, Landesvorsitzender der QueerSozis Berlin: „Wir müssen uns solchen Hassbotschaften massiv und öffentlich entgegenstellen. Aber das allein reicht nicht. Wir müssen an vielen Punkten gleichzeitig ansetzen.“
Dies sei auch der Grund, warum die QueerSozis (Schwusos) Berlin darauf dringen, den Bereich „Gewalt und Anti-Diskriminierung“ bei der Fortsetzung und Weiterentwicklung der Initiative sexuelle Vielfalt (ISV) über 2016 hinaus besonders zu stärken. Ein exzellentes Schulungs- und Sensibilisierungsangebot zur LSBTI-Thematik für Behörden, Verbände und Vereine, auch mit Blick auf Mehrfachdiskriminierung, sei dabei genauso wichtig wie Opferhilfe und eine verbesserte Erfassung von Hassgewalt und Hassreden.
Auch die besondere Situation von Trans*personen müsse stärker in den Mittelpunkt rücken, so die Queer-Sozis. Da die Änderung von Vornamen und Personenstand nach wie vor von einer entwürdigenden Gutachterpflicht abhänge und notwendige medizinische Leistungen in vielen Fällen von den Krankenkassen nicht übernommen werden, seien Trans*personen oft besonders sichtbar und angreifbar. Auf der Straße, aber auch auf dem Arbeitsmarkt seien sie massiver Diskriminierung ausgesetzt. „Hier reicht Sensibilisierung nicht aus; es bedarf umfassender rechtlicher Änderungen auf Bundesebene“, erklärte  die stellvertretende Landesvorsitzende der QueerSozis (Schwusos) Berlin, Amelie Zapf.