Jan Stöß: „Berliner CDU ist tief gespalten"

Jan Stöß: „Berliner CDU ist tief gespalten"

Magnus-Hirschfeld-Preis 2015, Jan Stöß
 

Das Ergebnis der CDU-Mitgliederbefragung zur Ehe für alle zeigt nach Ansicht des Berliner SPD-Landesvorsitzenden Jan Stöß, "dass die CDU in gesellschaftspolitischen Fragen tief gespalten ist". Dazu habe sicherlich auch die unsinnige Fragestellung der CDU-Parteiführung beigetragen, so Stöß. "Die Mehrheit der Berliner CDU ist leider nach wie vor weit weg von der Lebensrealität in der Metropole Berlin. Der gesellschaftliche Fortschritt ist offensichtlich an der Mehrheit der Berliner CDU vorbeigezogen. Die Berliner SPD wird weiterhin entschlossen für die Ehe für alle eintreten und auch für eine andere Mehrheit im Bund kämpfen, die die Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren beendet. Mit der Union scheint das nicht möglich zu sein. Gesellschaftliche Liberalität und selbstverständliche Akzeptanz von schwulen und lesbischen Paaren haben in dieser CDU keine Heimat."

Die Mehrheit der Berliner CDU-Basis hatte sich gegen eine Öffnung der Ehe für alle ausgesprochen, 35 Prozent der CDU-Mitglieder befürworteten sie.

„Die CDU Berlin versagt bis zu 10 % der Berliner*innen ein Menschenrecht", erklärte der Vorsitzende der Queer-Sozis (Schwusos) in der Berliner SPD Markus Pauzenberger. "Sie spricht den Homosexuellen in Berlin das Recht auf Ehe ab. Eine Partei, die beansprucht, zum Wohl aller Berliner*innen Berlin regieren zu wollen, grenzt durch dieses Votum leichten Herzens bis zu 360.000 Bürger*innen bewusst aus. Das geht gar nicht! Die CDU hat sich durch dieses Votum weit weg von dieser Stadt bewegt und das werden nicht nur die 360.000 Homosexuellen, sondern auch die restlichen 3,3 Millionen Berliner*innen der CDU nicht vergessen.“