Die Berliner SPD trauert um Egon Bahr

Die Berliner SPD trauert um Egon Bahr

Egon Bahr als Ehrengast auf dem Berliner SPD-Landesparteitag. Foto: Horb

Egon Bahr als Ehrengast auf dem Berliner SPD-Landesparteitag. Foto: Horb

 

Die Berliner SPD trauert um Egon Bahr. Der frühere Bundesminister und Brandt-Vertraute ist in der Nacht vom 19. zum 20. August im Alter von 93 Jahren an Herzversagen verstorben.

"Egon Bahr hat unglaublich viel für unsere Stadt, unser Land und für den Frieden auf der Welt geleistet. Die Ostpolitik Willy Brandts und Egon Bahrs eröffnete den Weg zur Wiedervereinigung von Berlin, Deutschland und Europa", erklärte der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß. "Ein Einzelner kann einen großen Unterschied machen. Egon Bahr hat das getan. Wir trauern um einen großen Berliner, Europäer und Sozialdemokraten."

„Der Tod von Egon Bahr hat mich bestürzt und der Verlust eines großartigen Menschen und Sozialdemokraten erfüllt mich mit tiefer Trauer", erklärte Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin. "Der Fall der Mauer und die Gewinnung der Einheit der Deutschen waren ein wunderbarer Lohn für die Geduld, die Beharrlichkeit und die Anstrengungen des Patrioten Egon Bahr. Man darf sagen, dass Bahrs Politik Erfolg gehabt hat. Das ist keineswegs jedem beschieden, der politisch arbeitet. Mit Egon Bahr verlieren die deutsche Politik und die deutsche Sozialdemokratie eine ihrer ganz großen Persönlichkeiten. Meine Gedanken sind in diesen Stunden und Tagen bei seinen Angehörigen, Freunden und Bekannten.“

Egon Bahr arbeitete nach dem Krieg als Journalist  u.a. für den Tagesspiegel und den Hörfunksender RIAS. Von 1960 bis 1966 war er Leiter des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin und enger Vertrauter des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt. Gemeinsam mit ihm entwickelte er die Grundzüge der neuen Entspannungs- und Ostpolitik.