Michael Müller: Berlins Wachstum soll allen nutzen

Michael Müller: Berlins Wachstum soll allen nutzen

Ülker Radziwill und Stadtentwicklungssenator Michael Müller
 

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sieht im Wachstum Berlins eine große Chance. Im Interview mit der Berliner Zeitung erklärte er: "Was macht eigentlich eine attraktive, spannende Stadt aus: Doch wohl nicht Stillstand, sondern Erneuerung und Wandel. Darüber hinaus nimmt die Stadt mehr Geld ein und kann dieses Geld investieren. In Kitas, in Schulen, in Universitäten, in Kultureinrichtungen, in Grünflächen, in den öffentlichen Nahverkehr, in die Verwaltung. Und es kommen neue Unternehmen mit neuen Arbeitsplätzen. Davon haben alle was."

Müller betonte, er verstehe auch die Sorgen, die durch die Veränderungen ausgelöst werden, "aber man kann das Wachstum ja nicht einfach wegbeschließen". Bis zum Jahr 2030 werden mehr als 250.000 Menschen neu in die Stadt ziehen. "Dass so viele Menschen nach Berlin wollen, sollten wir als Glück begreifen. Es zeigt, dass die Stadt viel zu bieten hat." Jetzt müsse kontinuierlich auf die Bevölkerungsentwicklung reagiert werden, nicht nur im Wohnungsbau. Müller: "Unser Ziel, dass hier inzwischen rund 10.000 Wohnungen jährlich neu gebaut werden, haben wir erreicht. Auch mindestens 300.000 Wohnungen in Landesbesitz werden wir bis zum Ende der Legislaturperiode schaffen. Die sportliche Aufgabe ist nun, diesen Prozess über die nächsten zehn, 15 Jahre zu verstetigen."

Zurückhaltend äußerte sich Müller zu Überlegungen, die Krippenbeiträge abzuschaffen. Zwar dürfe es in der Bildung keine Barrieren geben und jedes Kind müsse die gleichen Startchancen haben, unabhängig von der finanziellen Situation des Elternhauses. "Wenn ich mir etwas wünschen dürfte und das Geld dafür hätte, würde ich sofort alles kostenfrei machen. Habe ich die Mittel nicht für alles und muss zwischen Kostenfreiheit und mehr Qualität abwägen, entscheide ich mich aus der Situation heute für die Qualität, gerade bei den ganz Kleinen."

Müller verweis darauf, dass Berlin noch immer über 60 Milliarden Euro Schulden habe und die gegenwärtige Zinssituation nicht auf Dauer anhalten werde. Deshalb werde die Hälfte der Haushaltsüberschüsse auch in die Schuldentilgung gesteckt.

Zum Interview bei der Berliner Zeitung