August Bebel Institut startet Veranstaltungsreihe zu Gezi-Protesten

August Bebel Institut startet Veranstaltungsreihe zu Gezi-Protesten

Gezi-Ausstellung ABI
 

Vielfalt, Humor und Ausdauer prägten die Proteste, die im Frühsommer 2013 in Istanbul um den Gezi-Park herum stattfanden. Die Ziele der neuen demokratischen Bewegung gehen über den Schutz der Grünfläche im Zentrum der Stadt hinaus: In vielen Städten der Türkei entstanden Foren, in denen seitdem Formen direkter Demokratie erprobt werden. Das August Bebel Institut zeigt jetzt in einer Ausstellung Arbeiten von Fotograf/innen und Videoaktivist/innen aus Istanbul, die die Tage zwischen dem Einrollen der Bulldozer im Gezi-Park und der Räumung durch die Polizei festhalten: Bilder von Menschen, die Tränengas und Wasserwerfern kreative Aktionen entgegensetzen, mit Entschlossenheit, Poesie und Ironie..

Die Ausstellung informiert in Bildern und Texten über die Ereignisse im Mai und Juni letzten Jahres. Sie wurde bereits im September 2013 in Istanbul gezeigt und hat dort viel Aufmerksamkeit erfahren. Zur Eröffnung sind Saner Şen, Fotograf vom Kollektiv „Nar Photos“, Özlem Yılmaz als Ausstellungsmacherin, Çağla İlk vom Forum Berlin Istanbul und Christian Hanke, Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Partnerbezirk des Istanbuler Bezirks Beyoğlu, eingeladen ihre Erfahrungen aus der Zeit der Proteste zu berichten. Dabei kommen kommen über Gründe, Konsequenzen und Bedeutung des Gezi-Widerstandes ins Gespräch – mit den Ausstellungsmacher/innen aus Istanbul und mit Berliner/innen, die sich für die Protestbewegung engagieren.

Die Ausstellung wird mit weiteren Veranstaltungen begleitet:

Am Donnerstag, den 15. Mai, 19 Uhr macht sich der Musiker, DJ und Sozialwissenschaftler Volkan T auf die Suche nach dem »Sound of Gezi« und fragt: Wie hat die Musik die Gezi-Proteste beeinflusst, wie die Proteste die Musik? Welche neuen und altbekannten Songs sind die Aushängeschilder der Bewegung? Volkan T hat sich auf eine Recherchereise begeben, Interviews mit Musiker/innen geführt und präsentiert seine Ergebnisse. Aktuell und unzensiert.

»Everyday I’m Çapuling« heißen die Found-Footage-Filme, die wir am Donnerstag, den 29. Mai, 19 Uhr zeigen. Sind die »Gezi-Proteste« eine Episode oder ein neues Kapitel in der Demokratisierung der Türkei? Welche Rolle spielt Humor als »Waffe«, um Botschaften zu transportieren? Martina Priessner (»Wir sitzen im Süden«) gibt in »Everyday I’m Çapuling« Einblicke in die Vielfalt, die Brüche und Widersprüche der Protestbewegung. Dabei greift sie auf sogenanntes »Found Footage« zurück: Videos, die von unzähligen Aktivist/innen ins Netz hochgeladen wurden. Sie zeigen Pinguin-Karikaturen, »stehende Männer« und Kochtopfschlagen als Protestform, Graffiti, Fotos und Songs.