Lesung zur Geschichte Charlottenburgs

11. März:

Lesung zur Geschichte Charlottenburgs

 Aus ihrem neuen Buch „Charlottenburg. Residenzstadt – Großstadt – City West“ (Wolter Verlag) liest die Autorin Helga Frisch am 11. März ab 19 Uhr im BVV-Saal des Rathauses Charlottenburgs. Zur Begrüßung sprechen der Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und Ülker Radziwill (MdA).
In ihrem Buch setzt sich die ehemalige, langjährige Pfarrerin der Grunewaldgemeinde, Dr. Helga Frisch, auf 198 Seiten und mit vielen Abbildungen versehen mit Geschichte und Gegenwart des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf auseinander. Darin kommen auch 15 Geschäftsleute und Zeitzeugen zu Wort, u.a. Ursula Kiesling, Inhaberin der Buchhandlung Der Divan, der Unternehmer und Initiator der Weihnachtsbeleuchtung Hans Wall.
Dr. Helga Frisch hat Literaturwissenschaften, Geschichte, Philosophie, Pädagogik und Theologie studiert. Sie war 26 Jahre Pfarrerin der Evangelischen Grunewaldgemeinde. In ihren insgesamt 14 Büchern hat sie sich genauso mit kirchlichen Fragestellungen beschäftigt wie auch mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, so u.a. in ihren Büchern: „Mein Kurfürstendamm“, „Schmargendorf – vom Bauerndorf zum noblen Ort im Westen Berlins“, „Villenkolonie Grunewald. Häuser und Leute damals und heute“.

Charlottenburg wurde 1705 von König Friedrich I. nach dem Tod seiner Frau Charlotte als Stadt gegründet mit weniger als 100 Einwohnern. Jahrzentelang blieb die kleine Residenzstadt abhängig von der Anwesenheit des preußischen Hofes im Schloss Charlottenburg. Dann entwickelte sich unabhängig davon zum Ausflugsort und zur beliebten Gartenstadt. Aber auch 150 Jahre nach der Gründung hatte die Stadt weniger als 10.000 Einwohner.
Als im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts die Bauern ihr Land an Banken und Investoren verkauften, wurden nicht nur viele Charlottenburger reich, sondern auch die Stadt Charlottenburg war die am schnellsten wachsende und reichste Stadt Preußens. 1893 wurde sie mit 100.000 Einwohnern zur Großstadt und hatte zehn Jahre später schon doppelt so viele Einwohner.
Aber es gab auch von Anfang an große Armut in kinderreichen Familien, die auf engstem Raum zusammen lebten und ihre Kinder nicht in die Schule schicken konnten, weil sie keine Kleider hatten und auf dem Feld oder in der Fabrik arbeiten mussten. In Charlottenburg entstanden vornehme Villenviertel aber auch Mietskasernen mit engen Hinterhöfen.
15 Geschäftsleute und Zeitzeugen schildern Charlottenburg damals und heute am Kaiserdamm, der Reichsstraße, Kantstraße und am Kurfürstendamm.


Lesung mit Dr. Helga Frisch
Dienstag, den 11. März, ab 19 Uhr
im BVV Saal des Rathaus Charlottenburgs (3.OG links)
Otto Suhr Allee 100
10585 Berlin