Jan Stöß: "Die Freiheit stirbt stückweise"

Jan Stöß: "Die Freiheit stirbt stückweise"

Jan Stöß, Porträt 2014
 

"Mit jeder Verharmlosung von Gewalt stirbt ein Stück Freiheit. Wegsehen, Dulden, Schweigen legitimiert das Handeln der Feinde einer offenen, freien und demokratischen Gesellschaft", stellt der Berliner SPD-Landesvorsitzende in einem Beitrag für die Sonntagsausgabe des Berliner Tagesspiegels fest. Sein Appell: "Stehen wir zusammen. Lassen wir es nicht so weit kommen."

Auslöser für den Beitrag war der jüngste Brandanschlag auf das Auto eines BZ-Kolumnisten, bei dem auch fünf weitere Wagen beschädigt wurden. Er stimme zwar kaum einmal mit der Meinung des Kolumnisten überein, so Stöß, aber: "Es sollte selbstverständlich sein, aber am Ende einer Woche, in der buchstäblich kein Tag ohne einen Übergriff dieser Art vergangen ist, muss man es eben doch noch einmal aufschreiben: Gewalt war und ist nun einmal kein Mittel demokratischer Auseinandersetzung. Punkt. Wer meint, er kann seine Agenda mit Feuer oder Steinen befördern, der schließt sich selbst aus dem demokratischen Diskurs aus."

Stöß wies darauf hin, dass auch die SPD in jüngster Zeit immer wieder Ziel von Anschlägen gewesen sei. "Der politische Irrsinn dieser Übergriffe wird schon dadurch deutlich, dass wir meist zunächst gar nicht wissen, ob es sich dabei um Angriffe von Neonazis oder eben sogenannten Autonomen handelt."

siehe Tagesspiegel vom 23. März 2014