Isenberg: "Pille danach frei zugänglich machen"

Thomas Isenberg: "Pille danach" rezeptfrei zugänglich machen

 

Für eine freie Verfügbarkeit der "Pille danach" hat sich der SPD-Gesundheitspolitiker Thomas Isenberg  ausgesprochen. "Es kann nicht sein, dass Frauen, die eine schnelle Hilfe brauchen, ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung willkürlich vorenthalten wird", sagte Isenberg in einer Rede im Berliner Abgeordnetenhaus. Es sei eine gesellschaftspolitische Entscheidung und eine Gewissensentscheidung, ob man sich für oder gegen die "Pille danach" ausspreche, sagte der SPD-Abgeordnete, es sei keine fachpolitische oder parteipolitische Frage. Isenberg: "Ich bin der Meinung, sie sollte möglichst schnell rezeptfrei in Deutschland zur Verfügung stehen, Berlin sollte sich im Bundesrat deutlich dafür einsetzen!"

Die Beratungen in den Ausschüssen und die Endabstimmungen im Berliner Abgeordnetenhauses müssen nach Ansicht Isenbergs eine Gewissensentscheidung sein. "Es gibt meines Erachtens keine gesundheitspolitischen Fachfragen, sondern ,nur' die Frage, was mehr zählt: Ethisch-Religiöse Ansichten über Verhütung und Verhütungsmethoden bzw. Ansichten über den Beginn menschlichen Lebens (Befruchtung der Eizelle? Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut bzw. Entwicklung eines Embryos?) auf der einen Seite, und Fragen der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen / Paaren auf der anderen Seite."

Die Pille danach verzögert den Eisprung und verhindert die Einnistung einer Eizelle in den ersten Stunden nach der Befruchtung. Sie sei, so Isenberg, keineswegs eine „Abtreibungspille“, die einen fortentwickelten Embryo „abstößt“ - auch nicht, bei „Fehl-Einnahme", wenn eine Schwangerschaft schon besteht. "In den meisten EU-Ländern ist sie seit oftmals 15 Jahren von der Rezeptplicht befreit, nur in Deutschland müssen Frauen noch zum Arzt (am Wochenende), obwohl jede Stunde zählt, damit die ,Pille danach' wirken kann", so der SPD-Gesundheitsexperte. 

Im Video: Die Rede Isenbergs im Berliner Abgeordnetenhaus auf der Seite des RBB