Stöß: Berlin braucht bezahlbare Wohnungen, keine Blockade!

Stöß: Berlin braucht bezahlbare Wohnungen, keine Blockade!

Porträt Jan Stöß
 

Eine offensive Auseinandersetzung mit dem Volksbegehren "100 % Tempelhof" hat der Berliner SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß angekündigt. "Ich bin überzeugt, dass die Berlinerinnen und Berliner mit großer Mehrheit dem zustimmen werden, dass wir auch in der Innenstadt neuen, bezahlbaren Wohnraum brauchen", sagte er nach der Bekanntgabe des Ergebnisses der Unterschriftensammlung zum Volksbegehren. "Der Senat plant, an den Rändern des Feldes insgesamt 5000 neue Wohnungen für kleine und mittlere Einkommen zu bauen. Als Bauherren sind landeseigene Wohnungsbaugesellschaften und Baugenossenschaften vorgesehen, die sich bereits vertraglich verpflichtet haben, mindestens 50 % der Wohnungen zu Mieten von 6 bis 8 Euro pro Quadratmeter im neuen Quartier am Tempelhofer Damm zu errichten. Das ist ein echter Beitrag für bezahlbare Mieten in der wachsenden Stadt. Auch Sportanlagen, studentisches Wohnen und Bildungseinrichtungen sind an den Rändern des Feldes geplant."

Der SPD-Landesvorsitzende verwies darauf, dass bei dieser geplanten Bebauung die riesige freie Fläche in der Mitte des Feldes erhalten bleibe. Damit stehe auch künftig ein 230 Hektar großer Park für Freizeit, Sport und Erholung zur Verfügung - größer als der Große Tiergarten oder der Londoner Hyde Park. Stöß: "Die Berliner SPD ist stolz darauf, dass wir gegen große Widerstände durchgesetzt haben, dass diese großartige und einzigartige Freifläche für alle Berlinerinnen und Berliner geöffnet wird. Die Totalität, mit der aber das Volksbegehren ,100 % Tempelhof' jede Bebauung ablehnt - und seien es nur Umkleideräume für die dringend benötigten Sportanlagen - schadet der Entwicklung Berlins. Wir haben die besseren Argumente, wenn es darum geht, das Tempelhofer Feld behutsam und im Sinne aller Berlinerinnen und Berliner weiterzuentwickeln. Deshalb freuen wir uns auf die Diskussion."

Für ein Zustandekommen des Volksbegehrens mussten sieben Prozent der Stimmberechtigten, also 174 117 Personen, zustimmen. Insgesamt liegen nach Angaben der Landeswahlleiterin 185 328 gültige Zustimmungserklärungen vor – das sind 11 211 Unterschriften mehr als die erforderliche Anzahl. Mehr als 50.000 Stimmen mussten wegen fehlender Stimmberechtigung, doppelter Stimmabgabe oder unvollständiger Angaben für ungültig erklärt werden.

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