Dagmar Roth-Behrendt: Fleisch besser kennzeichnen

Dagmar Roth-Behrendt: Fleisch besser kennzeichnen

Dagmar Roth-Behrendt Porträt 2009
 

Eine Überarbeitung des EU-Kommissionsvorschlags zur Herkunftskennzeichnung von Fleisch hat die Berliner Europaabgeordnete Dagmar Roth-Behrendt gefordert. "Der vorliegende Kommissionsvorschlag regelt leider nur das absolut Notwendigste. Gerade die Erfahrungen nach dem Pferdefleischskandal zeigen, dass wichtige Maßnahmen fehlen, um eine umfassende Information der Verbraucher zu gewährleisten", so die SPD-Europaabgeordnete und Lebensmittelexpertin.

Der für Lebensmittelsicherheit zuständige Ausschuss im Europäischen Parlament hat in einer Resolution deutliche Veränderungen gefordert. In dem Kommissionstext, der auf der Lebensmittelinformationsverordnung von 2011 fußt, schlägt die EU-Kommission lediglich eine verpflichtende Kennzeichnung des Landes vor, in dem Schweine, Schafe, Ziegen und Geflügel aufgezogen und geschlachtet wurden. Während der Verhandlungen zur Verordnung im Jahr 2010 hat das Parlament deutlich gemacht, dass die Kennzeichnung neben demOrt der Zucht und der Schlachtung auch das Geburtsland enthalten muss.

"In der BSE-Krise waren wir uns alle einig, dass eine Kennzeichnung aller drei Orte, vor allem des Geburtslandes, notwendig ist", so Dagmar Roth-Behrendt. "Was für Rinder gilt, muss auch für andere Tiere gelten. Die Mitgliedstaaten reagieren eben immer nur bei Skandalen. Wären wir etwa mitten im Pferdefleischskandal, wäre dies alles gar keine Diskussion."
Vor allem die deutschen Konservativen, die teilweise gegen die Resolution gestimmt haben, haben nach Ansicht der SPD-Europaabgeordneten erneut versagt. "Die Christdemokraten stellen die angeblichen Kosten damit einmal mehr über die Informationsinteressen der Verbraucher", so Dagmar Roth-Behrendt.  Auch bei der Festlegung des Ortes der Aufzucht greife die EU-Kommission zu kurz: "Es ist unseriös auf die Verpackung zu schreiben: 'Zucht in Deutschland', wenn das Huhn nur den letzten Monat seines Lebens in Deutschland verbracht hat."
Darüber hinaus habe die Kommission in ihrem Vorschlag Ausnahmen für zerkleinertes Fleisch zugelassen. Dass bei Hackfleisch eine Kennzeichnung 'EU' oder 'Nicht-EU' ausreichend sein soll, ist nach Ansicht der Europaabgeordneten völlig inakzeptabel." Dagmar Roth-Behrendt forderte die EU-Kommission auf, die Meinung des Parlaments zu respektieren: "Ich erwarte einen überarbeiteten Vorschlag der EU-Kommission, der unsere Kritik an dem aktuellen Entwurf aufnimmt und den Interessen der Verbraucher nachkommt."