Bezahlbaren Wohnraum schaffen - auch in Tempelhof

Bezahlbaren Wohnraum schaffen - auch in Tempelhof

Tempelhofer Feld
 

Sollte das Quorum für einen Volksentscheid erreicht werden, werde die Berliner SPD die Auseinandersetzung um die Gestaltung des ehemaligen Flughafengeländes in Tempelhof offensiv führen, kündigte der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß an. Gegenüber dem Tagesspiegel setzte er sich für die geplante „zurückhaltende Bebauung an den Rändern mit bezahlbarem Wohnraum“ ein.  „Das braucht Berlin dringend“, sagte Stöß. Außerdem solle das Areal für Sportvereine nutzbar gemacht werden, dafür seien wettkampfgerechte Sportstätten nötig. Der Berliner SPD-Vorsitzende wandte sich dagegen, dass die Organisatoren des Volksbegehrens diese Pläne grundsätzlich infrage stellen.

Gesetz wird die Freifläche sichern

Der Senat, so Stadtentwicklungssenator Michael Müller, wolle an seinen Planungen festhalten. „Dafür werde ich auch in den nächsten Monaten bei den Berlinerinnen und Berlinern werben - damit wir den dringend benötigten, günstigen Wohnraum schaffen, ohne dabei die Weite und Einzigartigkeit des Feldes zu beschränken." Ein Bereich größer als der Große Tiergarten, bleibe als Freifläche erhalten, so Stadtentwicklungssenator Michael Müller. „Dafür erarbeiten wir ein Gesetz.“   Es gehe darum, mehr Grün für die Berlinerinnen und Berliner zu sichern, gleichzeitig aber den Bau von dringend benötigten neuen, bezahlbaren Wohnungen zu ermöglichen, so der Senator. 
Felgentreu: Das Tempelhofer Feld bietet Platz für Wohnen und Freizeit

"Auf dem Tempelhofer Feld ist genug Platz für vieles: Freizeit, Erholung, Sport und bezahlbares Wohnen im Rahmen einer Randbebauung", erklärte  der Neuköllner SPD-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Dr. Fritz Felgentreu. "Berlin wächst und braucht dringend mehr bezahlbaren Wohnraum – auch in Innenstadt-Quartieren wie Nord-Neukölln."
Auch wenn noch nicht klar sei, ob es tatsächlich einen verbindlichen Volksentscheid geben werde, gratuliere er der Bürgerinitiative zu ihrem Erfolg, sagte Felgentreu. Durch ihr Engagement und den großen Zuspruch habe sich gezeigt, dass die weitere Nutzung des Tempelhofer Feldes von großem Interesse für die Berlinerinnen und Berliner ist. Felgentreu: "Der offene Dialog über diese wichtige Frage der Stadtentwicklung ist gut für unsere Stadt und kann auch zu mehr Akzeptanz von einmal getroffenen Entscheidungen führen."
Der SPD-Bundestagsabgeordnete verwies darauf, dass insbesondere Menschen mit niedrigem Einkommen zunehmend aus ihren Kiezen an den Stadtrand gedrängt werden. "Den Berliner Wohnungsmarkt zu entlasten, schaffen wir nicht ohne Wohnungsneubau", so Felgentreu. "Und da können wir eine so große Fläche wie das Tempelhofer Feld nicht einfach ausklammern. Wer für bezahlbares Wohnen ist, kann nicht gegen Wohnungsbau sein. Die Neuköllner SPD unterstützt die Pläne von Stadtentwicklungssenator Michael Müller, einen gesetzlichen Schutz für die restliche Fläche einzurichten, um das Naherholungsgebiet Tempelhofer Feld langfristig zu erhalten. Damit wird ein Gleichgewicht zwischen Wohnen und Freizeit geschaffen. Berlin braucht beides.“