Dagmar Roth-Behrendt: "Mitgliedstaaten versagen bei Gentechnik"

Dagmar Roth-Behrendt: "EU-Mitgliedstaaten versagen bei Gentechnik"

Dagmar Roth-Behrendt Porträt 2009
 

Als  "vertane Chance" hat die Berliner SPD-Europaabgeordnete und Lebensmittelexpertin Dagmar Roth-Behrendt die Haltung der EU-Mitgliedstaaten bei der Zulassung des Genmais 1507 kritisiert. Trotz aller wissenschaftlichen Warnungen vor den Gefahren des Anbaus und der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen hatten sich die zuständigen Minister - anders als das Europäische Parlament -  nicht eindeutig gegen die Zulassung des gentechnisch veränderten Mais ausgesprochen. Damit liegt die Entscheidung nun bei der EU-Kommission.
„Klar ist, dass die Menschen in Europa keinen Gen-Mais wollen", so Dagmar Roth-Behrendt. "Sie glauben nicht an die Vorteile
gentechnisch veränderter Pflanzen, sondern halten sie für unsicher und beängstigend.“ Sie forderte gemeinsam mit dem SPD-Europaabgeordneten Matthias Groote die Kommission auf, sich an das Votum des Parlaments zu halten. Allerdings hat die Kommission - wie schon bei der Gen-Kartoffel Amflora - auch beim Gen-Mais den wissenschaftlichen Ausschuss des Rates  übergangen.

Dagmar Roth-Behrendt kritisierte zudem die Europäische Lebensmittelbehörde: „Wie bei der Amflora-Kartoffel hat die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA erneut ihre Unfähigkeit unter Beweis gestellt. Zu behaupten, dass die Pollen des Maises auf keinen Fall Auswirkungen auf Schmetterlinge oder Motten hätten, hat keine wissenschaftliche Basis und ist reine Hoffnung. Die Gefahren von gentechnisch veränderten Pflanzen für die Umwelt sind weiterhin überhaupt nicht kalkulierbar.“