Europa ganz nah: Sylvia-Yvonne Kaufmann in Neukölln

Europa ganz nah: Sylvia-Yvonne Kaufmann in Neukölln

Sylvia-Yvonne Kaufmann, Fritz Felgentreu
 

Anderthalb Stunden ging es konzentriert um Europa: Auf dem Campus Rütli in Neukölln beantwortete Sylvia-Yvonne Kaufmann, SPD-Spitzenkandidatin bei der Wahl am 25. Mai, Fragen zum Freihandelsabkommen, zur Zuwanderung, zur europäischen Außenpolitik oder zur EU-Förderung in Berlin. Und zum ersten Mal, so betonte sie, gehe es bei dieser Wahl nicht nur um die Stärke der Parteien im künftigen Europäischen Parlament. Bei dieser Europawahl wird über den künftigen Kommissionspräsidenten entschieden. Fünf europäische Spitzenkandidaten treten an, für die Sozialdemokraten in Europa ist es der  Deutsche Martin Schulz. Mit ihm als Kommissionspräsident, so Sylvia-Yvonne Kaufmann, kann Europa sozialer und demokratischer werden.

 
Campus Rütli
 

Zufrieden zeigte sich die Sozialdemokratin über die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung außer Kraft zu setzen. Eine anlasslose Speicherung von Verbindungsdaten sei damit vom Tisch,  Ob in engen Grenzen  eine Neuregelung komme, könne nun in Ruhe diskutiert werden. 

Mit Blick auf die Entwicklung in Ungarn betonte die Sozialdemokratin, die im Europäischen Parlament an der Entwicklung der Grundrechte mitgewirkt hat, niemand dürfe in Europa wegen seiner Religion, seiner Rasse oder seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden, "Europa ist eine Wertegemeinschaft", so die SPD-Kandidatin. Grenzüberschreitend müssten die Werte miteinander diskutiert werden, um die europäische Gesellschaft aufzubauen.

"Europäische Politik bedeutet immer zuhören", so Sylvia-Yvonne Kaufmann. Und: Europa gehe nur miteinander.