WIR IM KIEZ in Marzahn-Hellersdorf: Sozial- und Jugendpolitik, Wohnen und der Kampf gegen rechts

WIR IM KIEZ in Marzahn-Hellersdorf: Sozial- und Jugendpolitik, Wohnen und der Kampf gegen rechts

 

Ziel der WIR IM KIEZ-Touren ist es ins Gespräch zu kommen mit den Menschen, aber auch VertreterInnen sozialer Einrichtungen und Vereine die Möglichkeit zu geben ihre Sorgen und Wünsche den PolitikerInnen mit auf den Weg zu geben. So geschehen am 9. September im Hellersdorfer Haus Sonneneck. Fünf Jugendliche, mehrere Sozialarbeiter und Lehrer, sowie SPD-Aktive der BVV Marzahn-Hellersdorf saßen an einem liebevoll gedeckten Kaffeetisch und forderten Iris Spranger, Bundestagskandidatin für den Wahlkreis und SPD Landeschef Jan Stöß immer wieder freundlich heraus.

Ihr Projekt „Praxislernen“ ist Vorreiter in Berlin, wenn es um die individuelle Betreuung und Unterstützung von jungen Menschen geht, deren Noten abrutschen. Viele von ihnen schleppen eine großen Koffer privater Sorgen mit sich, dennoch sprachen sie sehr souverän und gestärkt von ihren Berufszielen wie Hotelfachmann, Automobilkaufmann, Krankenschwester bei der Bundeswehr. Ein stärkerer Praxisbezug in der Schule, der über ein drei wöchiges Praktikum hinaus geht, war ihr vordringlichste Wunsch an die Politik.

 
 

Das Projekt „Praxislernen“, bei denen die Jugendlichen zwei oder drei Tage in der Woche beim Träger Kids & Co. sind und an den restlichen Tagen theoriereduzierten Unterricht erteilt bekommen, beweist, dass individuelle Betreuung und das Eingehen auf die Stärken der Jugendlichen, ein Abrutschen in die Perspektivlosigkeit verhindern können. Allerdings, die Finanzierung des Projekts ist nur für drei Jahre durch den Europäischen Sozialfonds und das Land Berlin gesichert. Das war dann wiederrum der Wunsch der SchülerInnen wie BetreuerInnen. Jan Stöß versprach, sich dies genauer anzusehen. Auch Iris Spranger betonte, dass Kids und Co. ihrer Unterstützung sicher sein können: „Ich leben seit 35 Jahren in diesem Bezirk und kenne ihn wie meine Westentasche. Das Haus Sonneneck macht eine großartige Arbeit, die ich seit langem schon begleite. Wir werden nicht locker lassen damit diese Arbeit weitergeführt werden kann!“

Auf die Bühne am Nachmittag kamen neben Spranger und Stöß auch der Chef der Senatskanzlei, Björn Böhning und Rudi Kujaht, Geschäftsführer der SOPHIA GmbH. Jan Stöß ging hier u.a. auf das Thema Ost-West-Renten ein: „22 Jahre nach Wende darf die Höhe der Rente nicht davon abhängig sein auf welcher Straßenseite man wohnt.“ Iris Spranger ergänzte, dass die Miete und die Kinderbetreuung der Kleinen für viele Familien vor Ort drängende Probleme sind: „Ich kämpfe dafür, dass wir unsere Kleinsten in die Kita kriegen. Es kann nicht alles auf die Eltern abgewälzt werden. Hier hat der Staat eine Verantwortung!“ Sie sprach auch das Thema Flüchtlingsheim und den Kampf gegen rechts an: „Die Situation im Bezirk muss sich wieder beruhigen. Vielen von den NPDlern wohnen noch nicht einmal hier, aber bringen ihn durch ihre Hetze in Verruf. Wir stehen selbstverständlich an der Seite der schutzsuchenden Flüchtlinge, aber vor allem wollen wir das beide – AnwohnerInnen wie Flüchtlinge – die Chance erhalten einander besser kennenzulernen. Das wird auch unseren lebenswerten Bezirk voranbringen.“