WIR IM KIEZ: "Gehen Sie zur Wahl! Verändern wir was in diesem Land"

WIR IM KIEZ: "Gehen Sie zur Wahl! Verändern wir was in diesem Land"

Wir im Kiez in Friedrichshain-Kreuzberg
 

„Ich will etwas davon zurückgeben, was ich selbst erfahren habe“, so beschrieb die Direktkandidatin für Friedrichshain-Kreuzberg und Prenzlauer Berg Ost, Cansel Kiziltepe, ihre Motivation, für den Bundestag zu kandidieren. Am Lausitzer Platz, ganz in der Nähe vom Wrangelkiez, wo Cansel Kiziltepe aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, machte die „WIR IM KIEZ“-Tour am Sonntag Station.
Trotz schlechtem Wetter, stieß die Kundgebung auf großes Interesse und viele interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten den Talkrunden auf der Bühne.

 
Jan Stöß mit Cansel Kiziltepe und Yasemin Karakaşoğlu

Jan Stöß mit Cansel Kiziltepe und Yasemin Karakaşoğlu

 

„Cansel ist ein Kiezkind. Sie ist ganz hier in der Nähe aufgewachsen! Sie kennt ihren Kiez!“ Mit diesen Worten stellte der Landesvorsitzende der Berliner SPD, Jan Stöß, die SPD-Direktkandidatin vor. Als Ökonomin wisse Cansel Kiziltepe sehr gut, worum es bei der Bundestagswahl ginge: um sichere Renten und faire Löhne. „Es kann nicht sein, dass in Berlin weniger Mindestlohn gezahlt wird als in Baden-Württemberg. Die Arbeit hier in Berlin ist genauso viel wert", sagte Stöß mit Blick auf die Pläne der schwarz-gelben Koalition, branchenspezifische und regionale Mindestlöhne festzulegen.
Es gehe am nächsten Sonntag um eine Richtungsentscheidung - darum wie es in diesem Land weitergehe. Deshalb rief Stöß die anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer auf: "Gehen Sie zur Wahl! Verändern wir etwas in diesem Land!"

 
Wir im Kiez in Friedrichshain-Kreuzberg
 

Cansel Kiziltepe betonte die Bedeutung sozialdemokratischer Bildungspolitik: „Ich habe dank sozialdemokratischer Bildungspolitik den sozialen Aufstieg geschafft, und darauf bin ich stolz“. Sie wolle nun etwas davon zurückgeben, was sie selbst erfahren habe. Dazu gehört für die Kreuzbergerin, der Kampf gegen soziale Verdrängung in ihrem Kiez. Schon seit über einem Jahr engagiert sie sich bei der Initiative Kotti & Co, die darum kämpft, ihre Wohnungen in Kreuzberg zu behalten.
Danach gefragt, was sie sich wünschen würde, wenn sie einen Wunsch frei hätte, antwortete Kiziltepe: „Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Bildungserfolg nicht von der sozialen und kulturellen Herkunft abhängt.“

 
Wir im Kiez in Friedrichshain-Kreuzberg
 

„Gesetze sind von Menschen gemacht und können von Menschen verändert werden", so der SPD-Fraktionsvorsitzende Raed Saleh. Deshalb sei es möglich, die aktuelle Mietentwicklung zu stoppen und neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Raed Saleh sprach sich klar für neuen Wohnungsbau in Berlin aus. „Dort wo wir als Land Baurecht vergeben, wollen wir, dass die Mieter direkt davon profitieren“, sagte Saleh mit Blick auf die Mietpreisentwicklung.
Yasemin Karakaşoğlu, zuständig im Kompetenzteam Peer Steinbrücks forderte „einen neuen und anderen Blick auf Bildung. Bildung ist die Zukunft und die Gegenwart.“ Bildung sei ein Mittel, soziale Gerechtigkeit zu erzielen und obwohl Deutschland kein armes Land sei, würde hier im OECD-Durchschnitt deutlich weniger für Bildung ausgegeben.
Sie forderte eine kostenlose Bildung von der Kita bis zur Hochschule. Sie wünsche sich, dass das „Verständnis von Solidarität zwischen den Bundesländern so weit geht, dass reichere Bundesländer erkennen, dass die Zukunft unserer Kinder auf dem Spiel steht“.

Fotos: Elisa Rabe