Stöß: Drei Studien belegen Armut in Deutschland

Stöß: Drei Studien belegen Armut in Deutschland

Als alarmierend hat der Berliner SPD Landesvorsitzende Jan Stöß die neuesten Zahlen aus der Studie „LEBEN IN EUROPA 2012“ bezeichnet, die vom Statistischen Bundesamt vorgestellt wurde. Danach ist die Quote der Armutsgefährdeten in Deutschland um drei Prozent gewachsen. "Diejenigen, die die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich als Schimäre deklarieren, werden in dieser Woche gleich drei Mal eines besseren belehrt", sagte Stöß. "Die Zahlen des Statistischen Bundesamts heute zeigen: Fast jede sechste Person in unserem Land ist armutsgefährdet. Das sind 13 Millionen BürgerInnen! Besonders Alleinerziehende in unserem Land sind dabei von Armut betroffen: 38,8 Prozent in 2011. Im Vergleich: 2010 lag die Quote bei 37,1 Prozent. Fast zwei Prozent Zuwachs. Sie weisen mit Abstand das höchste Armutsrisiko auf."
"Die Zahlen der Unicef-Studie vom 24. Oktober", so Stöß, "nehmen, bezogen auf die Kinder in unserem Land, vieles der heutigen Studie vorweg: Mehr als eine Million Kinder sind von Armut betroffen, 6,9 Prozent der 7 bis 11 Jährigen leben in Haushalten in denen die Armutsgrenze unterschritten wird. Die Studie belegt: Kinder, die ihr Leben lang mit Armut konfrontiert waren, sind als Erwachsene unzufriedener und entwickeln ein schwächer ausgeprägtes Selbstbewusstsein."
Am Dienstag teilte ebenfalls das Statistische Bundesamt einen Anstieg um 6,6 Prozent bei den Menschen über 65 Jahren, die von Armut betroffen sind, mit, obwohl diese ihr Leben lang hart gearbeitet und Beiträge gezahlt haben. Das sind allein in Berlin fast 2.000 über 65 Jährige mehr als im Vorjahr.
Stöß: "Drei Studien – drei Mal das gleich Ergebnis: In Deutschland nimmt die Verteilungsgerechtigkeit ab und die Armut zu. Das spüren die Menschen, die davon betroffen sind täglich. Zeit, diese Ergebnisse endlich ernst zu nehmen. Wer ein Leben lang in Armut lebt, wird damit zugleich von der politischen Partizipation ausgeschlossen. Teilhabe zu ermöglichen, ist unsere Pflicht und sozialdemokratisches Kernanliegen – gerade in den jetzt anstehenden Koalitionsverhandlungen!“