Roth-Behrendt: Jugendliche besser vor Tabak geschützt

Roth-Behrendt: Jugendliche besser vor Tabak geschützt

Dagmar Roth-Behrendt an der Staatlichen Ballettschule
 

Mit der jetzt beschlossenen Neufassung der Tabakprodukt-Richtlinie durch das Europäische Parlament sollen junge Menschen besser vor den tödlichen Risiken des Zigarettenkonsums geschützt werden. Für die Berliner SPD-Europaabgeordnete Dagmar Roth-Behrendt sind damit allerdings noch nicht alle Ziele durchgesetzt.

Nach dem Willen des EU-Parlaments müssen künftig 65 Prozent einer Zigarettenpackung mit Bild- und Schriftwarnungen bedruckt sein, besonders schicke Verpackungen, mit denen bislang vor allem weibliche Kundinnen angesprochen werden sollten,  sind untersagt. Auch Aromastoffe wie Menthol dürfen nicht mehr verwendet werden. Ein Verbot von Slim-Zigaretten konnte nicht durchgesetzt werden. "Leider hat sich die Verdummungsstrategie der Industrie bei der Behandlung von Inhaltsstoffen in E-Zigaretten durchgesetzt", so Dagmar Roth-Behrendt. Die sogenannten Liquids werden künftig nicht wie andere Produkte zur Rauchentwöhnung, etwa Nikotinsprays oder -pflaster, als Medizinprodukt behandelt, sondern als normales Tabakprodukt. Daher sind Werbung und Abgabe an Minderjährige nicht gestattet. "Völlig inkonsequent und gefährlich“ sei aber, dass Aromastoffe in Liquids – anders als in Zigaretten – nicht verboten werden, sondern Geschmacksrichtungen wie Karamell oder Erdbeer weiter erhältlich sein werden. Damit werde die Gefährlichkeit des Nikotins verwischt. Zumindest eine Kennzeichnung der Aromastoffe muss gegen den Willen der Industrie künftig erfolgen: "Dass die Industrie sagt, sie könnte gar nicht kennzeichnen, weil sie nicht wisse, welche Stoffe da genau drin sind, zeigt, wie unverantwortlich die Hersteller handeln. Das bestätigt, dass die Verbraucher als Versuchskaninchen benutzt werden", so Dagmar Roth-Behrendt.

Während der Verhandlungen über die Richtlinie ist auf die Abgeordneten massiver Druck ausgeübt worden. Am Beispiel der Abstimmung sehe man, was eine "lügnerische und skrupellose Lobby" doch bewirken könne, so Dagmar Roth-Behrendt. Anhand der namentlichen Abstimmungen könnten die Bürger allerdings sehen, wer im EU-Parlament für Gesundheit und Transparenz sorge und wer nicht.
Für die Vorschriften über die Zusatzstoffe gilt eine Übergangsfrist von 36 Monaten (fünf zusätzliche Jahre für Menthol, insgesamt also acht Jahre).