Jan Stöß: "Die Berliner SPD sagt Danke"

Jan Stöß: "Die Berliner SPD sagt Danke“

Jan Stöß, Klaus Wowereit
 

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit feiert am 1. Oktober seinen 60. Geburtstag. Der Berliner  SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß hat ihm in einem Beitrag für die sozialdemokratische Monatsszeitschrift Vorwärts dazu gratuliert.

 

"Die Berliner SPD sagt Danke“

Auf eins kann man sich gefasst machen, wenn man mit Klaus Wowereit gemeinsam in der Stadt unterwegs ist: Lange Strecken wird man nicht zurücklegen. Egal, wo er auftaucht, ist er schnell von einer Traube von Menschen umgeben, die Handyfotos machen oder Autogramme haben möchten.
Klar, manche meckern, aber die meisten wollen dann eben doch ein Bild mit ihm haben. Und wie kein anderer trifft er dabei dann immer den richtigen Ton. Er kann das, was wirklich nicht alle können: Vom Intendanten und der Professorin genauso verstanden und gemocht zu werden wie von der Wilmersdorfer Rentnerin, dem Bauarbeiter in Treptow oder den Jugendlichen in Neukölln.
Klaus Wowereit verkörpert als Regierender Bürgermeister, aber auch als Person die Comeback-Story Berlins seit dem Fall der Mauer und der Vereinigung der beiden Stadthälften. Wenn die Leute überall auf der Welt neugierig sind und nicht wenige leuchtende Augen bekommen, wenn man erzählt, dass man aus Berlin kommt, dann hat das natürlich nicht nur, aber auch mit ihm zu tun.

Das Gesicht der Stadt geprägt

Sein Mut, Berlin zu einer Hauptstadt der Kreativen, der Musik, Kunst, Mode, Literatur zu machen, hat das Gesicht der Stadt maßgeblich geprägt. Berlin ist heute Anziehungspunkt für Startups in allen Wirtschaftsbereichen, für Menschen, die etwas wagen wollen. Die Stadt hat ihren eigenen Magnetismus entwickelt: Über 40.000 Menschen kommen mittlerweile jährlich neu zu uns. Sie leben, arbeiten und lieben hier. Er selbst hat das bei seiner Rede vor dem Dahlemer Parteitag im November 2010 auf den Punkt gebracht: Dass diese Stadt „etwas hat, was man mit Geld nie kaufen kann: eine Ausstrahlung, eine Anziehung, eine Wildheit und auch eine Schönheit, wie wir es in dieser Kombination nicht noch einmal auf dieser Welt finden“.
Klaus Wowereit duckt sich wahrlich nicht weg, wenn es schwierig wird. Gewählt wurde er 2001, gerade weil er gegen manche Widerstände und Gewohnheiten einen Mentalitätswechsel in der Stadt durchsetzen wollte. Der war nötig. Und das hat Klaus geschafft, mit Härte und Entschiedenheit, als viele ihm und der SPD das nicht zugetraut haben. Er musste schwierige Entscheidungen zur Konsolidierung des Haushalts vertreten, die nötig war. Den Blick auf das Soziale, auf das Zusammenleben in der Stadt hat er auch in dieser schwierigen Zeit nie verloren. Welche Bedeutung gute Bildung für die Aufstiegschancen hat, weiß er aus eigenem Erleben. Aber sie ist auch ein Baustein zur Integration, zum Miteinander, das die Metropole Berlin auszeichnet.
Vieles aus seinem Leben ist bekannt - in den zahlreichen Zeitungsartikeln, Portraits und manchen Büchern niedergeschrieben. Seine alleinerziehende, hart arbeitende Mutter von fünf Kindern. Die Atmosphäre, in der er aufwächst: Zähne zusammenbeißen und durch. Aber auch, für den anderen einstehen und ihn wertschätzen.
Als seine Mutter später schwer erkrankte und sein Bruder der Pflege bedurfte, da war er für sie da. Der erste von fünfen, der Gymnasiast werden durfte und Jura studierte, machte sich nicht aus dem Staub. Er blieb. Und mit dieser Erfahrung von Solidarität und Zusammenhalt fand er seine politische Heimat auch ganz selbstverständlich in der SPD.

Mit Fleiß und Akribie
Es sind Fleiß und Akribie, die seine berufliche wie politische Arbeit begleiten. Nicht ohne Grund hat er sich in jungen Jahren - nach seinen Stationen als Volksbildungsstadtrat in Tempelhof und als Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus - einen Namen als Finanzexperte der Fraktion gemacht.
Bei den Zahlen macht ihm wirklich keiner was vor, wie manche schon schmerzhaft erfahren mussten. Aber gerade so ist es ihm eben auch gelungen, trotz Haushaltslochs wichtige Projekte für das Land Berlin zu erhalten.
Ein Zahlenmensch, der Sinn für das Feine und Schöne hat. Als er als Regierender Bürgermeister zugleich das Kulturressort übernahm, setzte er damit auch ein Zeichen: Kultur macht diese Stadt zu dem, was sie ist. Berlin - das ist immer auch eine gedachte Einheit mit dem Namen Klaus Wowereit. Viele von uns haben es selbst erlebt: Egal wo auf der Welt - man wird nach ihm gefragt. Nicht vielen Stadtoberhäuptern ergeht es so.

Und das ist gut so.

Und welcher Satz prägte das mehr als sein „Ich bin schwul, und das ist auch gut so!“ Seit Kennedy wissen wir in Berlin, dass ein kurzer Satz die Welt verändern kann. Sein Satz ist in den Sprachgebrauch des ganzen Landes eingegangen und machte vor allem eines klar - ganz ohne Pathos: Sei stolz auf das was du bist. Versteck dich nicht. Mach den Rücken grade, steh auf und steh für das ein, was dir wichtig ist. Keiner hätte diesen Satz so wahrhaftig und aus eigener Erfahrung und eigenem Anspruch sagen können wie er.
Am 1. Oktober feiert er seinen 60. Geburtstag. Die Berliner SPD gratuliert nicht nur, sondern sagt auch: Danke, Klaus Wowereit!

 

Berliner Vorwärts-Seiten - Oktober 2013 (PDF-Dokument, 427.7 KB) (PDF)