SPD-Geburtstag: „Seit 150 Jahren das Rückgrat unserer Demokratie“

SPD-Geburtstag: „Seit 150 Jahren das Rückgrat unserer Demokratie“
Geburtstagsfest Leipzig
 

Die deutsche Sozialdemokratie feiert Geburtstag. Zu dem Festakt im Leipziger Gewandhaus waren 1600 Gäste aus 80 Ländern geladen. Darunter neben dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit auch viele Berliner Genossinnen und Genossen, von denen sich einige in einem Oldtimer-Korso auf den Weg in die Messestadt gemacht hatten.

Vor 150 Jahren, am 23. Mai 1863 gründeten Arbeiter und Handwerker um Ferdinand Lassalle den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV). 1890 ging nach der Aufhebung der Bismarck’schen Sozialistengesetze daraus die SPD hervor. „Verändere die Welt, sie braucht es!“ Mit diesem Zitat von Bertolt Brecht beschrieb der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel den zeitlosen gesellschaftlichen Auftrag der Sozialdemokratie. Er betonte die „gute Kontinuität“, die die SPD in der wechselvollen deutschen Geschichte bewiesen habe. Ein besseres Land komme nicht von allein. Die SPD sei „seit 150 Jahren das Rückgrat unserer Demokratie“.

Gabriel zeigte sich überzeugt, dass es weder das Programm, noch einzelne Personen seien, die die Partei über die Jahrzehnte getragen hätten, sondern die sich bahnbrechende Idee von Freiheit. Ziel der SPD sei es immer gewesen, die sozialen Bedingungen dazu zu schaffen und die SPD sei immer dann am stärksten gewesen, wenn sie sich als Teil einer gesellschaftlichen Bewegung verstandt. Gabriel erinnert dazu an das Lebensmotto des im Jahr 2005 im Alter von 101 Jahren verstorbenen Berliner Sozialdemokraten Karl Richter: „Du musst das Leben nehmen, wie es ist. Aber Du darfst es nicht so lassen.“

Auch Bundespräsident Joachim Gauck hat das Geburtstagskind SPD in seiner Festansprache gewürdigt. Deren Kernforderungen von Freiheitsrechten, sozialer Gerechtigkeit und politischer Teilhabe seien auf immer neue Weise aktuell geblieben. Er hob die „unerschütterliche Konsequenz“ von Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten zu allen Zeiten hervor. Ihre Geschichte sei das „Vermächtnis vieler mutiger Menschen“, von denen nicht wenige für ihre Überzeugungen mit dem Leben bezahlt haben. Über die Ablehnung des sogenannten Ermächtigungsgesetzes einzig durch die SPD-Fraktion im Reichstag am 23. März 1933 sagte Gauck: „Damals haben 94 SPD-Abgeordnete mit ihrem Nein zum sogenannten Ermächtigungsgesetz nicht nur die eigene Ehre gerettet, sondern die der ersten deutschen Demokratie."

Auf dem anschließenden Bürgerfest auf dem Leipziger Marktplatz mischte sich die Prominenz unter die weiteren angereisten Genossinnen und Genossen aus ganz Deutschland, aber auch tausende Bürgerinnen und Bürger, die auf den Leipziger Markplatz gekommen waren. Natürlich lagen auch Mitgliedsanträge bereit. Und schon nach kürzester Zeit konnte mit dem Leipziger Moritz Wußing (19) das erste Neumitglied begrüßt werden. Die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie geht weiter.