150 Jahre: Ausstellung und Theateraufführung in Neukölln

150 Jahre: Ausstellung und Theateraufführung in Neukölln

Die Geschichte der Sozialdemokratie in Rixdorf und Neukölln zeigt eine Ausstellung des Mobilen Museums Neukölln, die am Samstag, den 8. Juni 2013, um 19 Uhr, im Kulturstall des Gutshofes Britz: eröffnet wird. Sie steht unter dem Motto "Der Kampf um Einheit und Freiheit". Zur Ausstellungseröffnung kommen Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky, Kulturstadträtin Dr. Franziska Giffey und Museumsleiter Dr. Udo Gößwald. Am Eröffnungsabend findet eine szenische Lesung mit Musik "Lassalle im Stall"
der Berliner Compagnie nach dem Bühnenstück „Ferdinand Lassalle von Hartwin Gromes und Felix Huby statt.

2013 ist ein großes Jubiläumsjahr für die deutschen Sozialdemokraten. In diesem Jahr feiert die älteste Partei Deutschlands den 150. Jahrestag ihrer Gründung durch Ferdinand Lassalle, den 100. Todestag August Bebels und den 100. Geburtstag Willy Brandts. Aus diesem Anlass beschäftigt sich das Museum Neukölln in einer Wanderausstellung mit der Partei, die wie keine andere mit der Geschichte des Bezirks Neukölln verbunden ist.

Das „rote Rixdorf war schon zu Kaisers Zeiten eine Hochburg der Sozialdemokratie. Hier errang die vom Obrigkeitsstaat verfolgte Arbeiterpartei schon früh spektakuläre Wahlerfolge, organisierte Aufsehen erregende Massenversammlungen und schuf ein dichtes Organisationsnetzwerk, das in den folgenden Jahrzehnten zur Basis eines überaus lebendigen und vielfältigen Parteilebens werden sollte. Generationen von Neuköllner Arbeiterkindern wurden durch sozialdemokratisch geprägte Vereine, Festrituale und Bildungseinrichtungen sozialisiert. Von der Karl-Marx-Straße bis zum Käthe-Frankenthal-Weg, der Fritz-Karsen-Schule bis zur Helene-Nathan-Bibliothek, dem Wutzky-Center bis zum Kurt-Exner-Haus erinnern noch heute zahlreiche Ortsnamen an die jahrzehntelange Vorherrschaft der SPD in Neukölln.

Die politischen Kämpfe der Neuköllner Genossen um die Einheit der Arbeiterbewegung und die Verwirklichung ihrer freiheitlich-sozialistischen Ideale hatten historisch oft mehr als nur lokale Bedeutung. Die Neue Welt war über ein halbes Jahrhundert einer der wichtigsten Versammlungsorte der Sozialdemokraten. Hier propagierte August Bebel den sozialistischen Zukunftsstaat, warnte Wilhelm Liebknecht vor den Gefahren des anarchistischen Terrorismus und forderte sein Sohn Karl den „Krieg gegen den Krieg. Nach dem 1. Weltkrieg tagten in der Hasenheide revolutionäre Arbeiter- und Soldatenräte, lieferten sich Kommunisten und Sozialisten wütende Saalschlachten erst untereinander, dann mit den Nationalsozialisten. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde den von Sozialdemokraten initiierten Reformen im Wohnungsbau, der Bildung und im Gesundheitswesen ein abruptes Ende gesetzt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde Neukölln erneut zur Bühne im Ringen um die Einheit der Arbeiterklasse und schließlich zum Frontbezirk im Kalten Krieg, bis im November 1989 die Mauer fiel.

Ausstellungsdauer: 9. Juni bis 7. Juli 2013, Dienstag - Sonntag, 10- 18 Uhr
Ausstellungsort: Kulturstall auf dem Gutshof Britz, Alt-Britz 81, 12359 Berlin

Lassalle auf der Bühne
Im Anschluss an die Vernissage findet um 20 Uhr die szenische Lesung mit Musik "Lassalle im Stall"
der Berliner Compagnie nach dem Bühnenstück „Ferdinand Lassalle von Hartwin Gromes und Felix Huby statt.
Mit der Aufführung wird an den Mann erinnert, der die gedanklichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV) am 23. Mai 1863 geschaffen hat.
Freier Eintritt nur nach vorheriger Kartenreservierung unter Tel. 030-627 277 716 oder per e-mail an info@museum-neukoelln.de