Roth-Behrendt:: Kosmetika nur noch ohne Tierversuche

Roth-Behrendt: Kosmetika nur noch ohne Tierversuche

Der letzte Schritt des Verbots von Tierversuchen für Kosmetika ist in Kraft getreten. Darauf hat die Berliner SPD-Europaabgeordnete Dagmar Roth-Behrendt hingewiesen. Dies sei ein guter Tag für den Tierschutz, sagte die SPD-Politikerin, die als Gesundheitsexpertin und Berichterstatterin in verschiedenen Phasen der Kosmetikgesetzgebung. das Vorhaben begleitet hat. "20 Jahre hat es gedauert, Tierversuche für Kosmetika komplett zu verbieten. Jetzt haben wir es endlich geschafft!."

Nachdem bereits seit 2004 fertige Kosmetika und seit 2009 auch Inhaltsstoffe für Kosmetika nicht mehr an Tieren getestet werden dürfen, läuft nun die Übergangsfrist aus, in der noch Sicherheitstests von Kosmetika an Tieren durchgeführt werden durften. Das bedeutet, dass in der Europäischen Union kein kosmetisches Produkt mehr vertrieben werden darf, das in irgendeiner Weise an Tieren getestet wurde.
Kritisch bewertet die Europaabgeordnete eine Regelung, die es den Mitgliedstaaten überlässt, ob Ergebnisse von Tests an Tieren, die zur Überprüfung der Sicherheit anderer Produkte wie Medikamenten und Chemieprodukte zugelassen sind und durchgeführt wurden, auch für Kosmetika benutzt werden können, ohne dass die entsprechenden kosmetische Produkte unter das Vertriebsverbot fallen. Damit habe die EU-Kommission "ein Hintertürchen offen gelassen". "Ob sie dabei dem Druck der Industrie oder der 'Weisheit' ihres antiquierten juristischen Dienstes gefolgt ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist dieser Schritt falsch!", so Dagmar Roth-Behrendt
"Wenn die Kommission meint, dass ein solches Datensharing legitim ist, dann missinterpretiert sie eine klare Gesetzgebung, die ausdrücklich solche Schlupflöcher verhindern wollte!", erklärt die Berliner Europaabgeordnete. "Die Kosmetikindustrie wird dann zukünftig zufällig feststellen, dass beispielsweise Inhaltsstoffe für Pharmazeutika, die an Tieren getestet wurden, auch ganz hervorragend für kosmetische Zwecke verwendet werden können. Ich kann nur hoffen, dass reihenweise interessierte Menschen und Tierschutzvereine auf die Barrikaden gehen und Klage gegen dieses Datensharing erheben werden!"