Dagmar Roth-Behrendt: Konservative blockierten Lebensmittelkennzeichnung

Dagmar Roth-Behrendt: Konservative blockierten Lebensmittelkennzeichnung

Dagmar Roth-Behrendt Porträt 2009
 

Für eine zwingende und klare europäische Lebensmittelkennzeichnung hat sich die Berliner Europaabgeordnete Dagmar Roth-Behrendt ausgesprochen. Bei einer Sondersitzung des Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zum Thema Pferdefleisch mit dem EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg wies sie darauf hhin, "dass die Mitgliedstaaten und die Konservativen im Europäischen Parlament bei Verbraucherschutz und Verbraucherinformationen, aber gleichzeitig auch beim Schutz der Interessen der Industrie versagen".

"Hätten wir bei der Lebensmittelkennzeichnung 2011 verpflichtende Herkunftskennzeichnung für verarbeitetes Fleisch durchgesetzt, wie die Sozialdemokraten es vorgeschlagen haben, und hätten wir die elektronische Kennzeichnung von Rindern obligatorisch gemacht, dann wäre zumindest die Herkunft im Detail rückverfolgbar gewesen und dokumentiert sein müssen", so Dagmar Roth-Behrendt. "Außerdem hätte man bei der falschen Kennzeichnung von Pferdefleisch als Rindfleisch mit nur einem Computerklick feststellen können, dass die Kuh mitnichten zerteilt in Frankreich in der Fabrik liegt, sondern stattdessen lebendig und wohlgemut auf einer Wiese in Deutschland, Irland oder woanders grast."

Ägerlich sei, so die Berliner Europaabgeordnete, "dass wir nur in Zeiten der Krise die Konservativen dazu bewegen können, etwas zu ändern – das war bei BSE so und hat sich bei keiner Lebensmittelkrise geändert",

Zugleich machte sie die Verantwortung der Konservativen für die Folgen des Vertrauensverlustes deutlich:  "Wenn heute niemand mehr Fertiggerichte kauft – tiefgekühlt oder in der Dose –, wenn niemand mehr vertrauensvoll Burger oder Döner isst, wenn in großen Möbelhäusern Restaurants auf ihren Stammgerichten sitzen bleiben, dann haben diejenigen die finanziellen Einbußen zu verantworten, die immer behaupten, Rückverfolgbarkeit und Verbraucherinformation sei nicht nötig. Versäumnisse von Jahren können nicht von einem auf den anderen Tag behoben werden. Das muss man Mitgliedstaaten und Konservativen immer wieder auf das 'Fleischbrötchen' schmieren", so Dagmar Roth-Behrendt.