"Der Wert von Frieden und Freiheit"

"Der Wert von Frieden und Freiheit"

Raed Saleh, Jan Stöß, Brandenburger Tor
 

Der amerikanische Präsident Barack Obama ist am Brandenburger Tor herzlich willkommen geheißen worden. "Als US-Präsident begeistert er viele Menschen in unserem Land. Hope und Change sind immer noch mit ihm verbunden", so der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß, der gemeinsam mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh zu den geladenen Gästen der Rede des US-Präsidenten gehörte. "Berlin ist auch der beste Ort in Europa, um über den Wert von Freiheit und Frieden zu sprechen", so Stöß.

In seiner Begrüßung wies Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit darauf hin, dass das Brandenburger Tor heute das Symbol dafür sei, "dass das Unmögliche wahr werden kann".  Wowereit: "Berlin ist die Stadt, in der das Herz der deutsch-amerikanischen Freundschaft schlägt."

 

Die Rede von Klaus Wowereit (Redemanuskript):

Mr. President: Herzlich willkommen in Deutschland! Herzlich willkommen in Berlin! Herzlich willkommen am Brandenburger Tor, dem Wahrzeichen unserer Stadt!

Einst stand an diesem Ort die Mauer, die Berlin und die Welt auf brutale Weise teilte. Heute ist das Brandenburger Tor offen. Es ist das Symbol dafür, dass das Unmögliche wahr werden kann: dass Diktatur und Unfreiheit überwindbar sind.
Wenn die Menschen ihre Ängste überwinden. Wenn sie den Mut zum Wandel haben. Und wenn sie auf ihrem Weg Freunde an ihrer Seite haben.
Herr Präsident, wir heißen Sie als verlässlichen Freund unserer Stadt willkommen. Berlin: Das ist die Stadt, in der das Herz der deutsch-amerikanischen Freundschaft schlägt.
Dankbar erinnern sich die Berlinerinnen und Berliner, wie uns die Amerikaner nach dem Krieg die Hand gereicht haben.
Wir denken an die Luftbrücke, dieses einzigartige Bekenntnis der westlichen Allianz zu dieser Stadt. Ich begrüße sehr herzlich Gail Halvorsen, den legendären Rosinenbomber-Piloten. Er ist ein enger Freund Berlins geworden.
Heute sind es Einrichtungen wie die Amerika-Gedenkbibliothek, die John-F.-Kennedy-Schule und die American Academy. Sie bauen stabile Brücken über den Atlantik. Und es kommt darauf an, dass viele junge Menschen sie nutzen, denn sie sind es, die unsere Zukunft gestalten werden.
Ihr Besuch, Herr Präsident, erinnert uns an die bewegende Geschichte unserer Freundschaft mit dem amerikanischen Volk.
Wir denken an den Besuch von John F. Kennedy vor bald 50 Jahren, am 26. Juni 1963. Nach dem Mauerbau stand die Stadt noch unter Schock. Der Besuch des amerikanischen Präsidenten war ein starkes Zeichen der unverbrüchlichen Solidarität mit den Berlinerinnen und Berlinern. John F. Kennedy gab den Menschen Hoffnung, als er ihnen den unvergesslichen Satz zurief: ,Ich bin ein Berliner‘.
1987 sprach uns Ronald Reagan aus der Seele: ,Mr Gorbatchev, tear down this wall!’
Und wir erinnern uns auch an Ihren begeisternden Auftritt, Mr. President: 2008, an der Siegessäule, vor 200.000 Menschen. Besonders an den Satz: ,Niemand kennt den Traum von der Freiheit so gut wie die Menschen in Berlin.‘
Dieser gemeinsame Traum von der Freiheit war es, der Berlin und die Amerikaner zu Freunden hat werden lassen. Er war es, der den Menschen in Ostdeutschland Mut machte, sich solidarisch und friedlich gegen die Diktatur zu erheben. Der Traum von Freiheit und Solidarität hat die Mauer zum Einsturz gebracht. Der Traum von Freiheit und Solidarität ist es, der uns auch heute verbindet.
Wir wissen: Die Vereinigten Staaten von Amerika gründen auf dem Ideal, dass alle Menschen gleich geschaffen sind. Und wir verfolgen mit Respekt, dass Sie, Herr Präsident, alles daran setzen, dass dieses Ideal auch die Richtschnur täglicher Politik ist.
Dieses Ideal einer Freiheit von Unterdrückung und Not, eines gleichen Zugangs zu den Chancen und Möglichkeiten der Gesellschaft, für Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, Religion und Lebensweise – dieses Ideal einer freien und solidarischen Gesellschaft ist es, was viele Menschen aus aller Welt mit unserer toleranten und weltoffenen Stadt Berlin verbinden. Dieses Ideal wird auch künftig den Herzschlag unserer deutsch-amerikanischen Freundschaft bestimmen. Und es gibt Kraft, um unsere Zukunft gemeinsam zu gestalten.
Berlin grüßt das amerikanische Volk und heißt Sie, Herr Präsident Obama und Ihre Familie, nochmals herzlich willkommen in der deutschen Hauptstadt.