SPD fordert Verbesserungen des Wahlrechts für Analphabeten

SPD fordert Verbesserungen beim Wahlrecht für Analphabeten

Viele Menschen in Deutschland sehen sich aufgrund einer Lese- und Schreibschwäche tagtäglich in vielen Lebensbereichen vor große Herausforderungen gestellt. Eine dieser Herausforderungen ist die Teilhabe an Wahlen. "Wir müssen dringend Angebote schaffen, um den Zugang zu Wahlen und zu Wahlinformationen einfacher zu gestalten", fordert jetzt  der Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz. "Die Stimmzettel sollen neu gestaltet werden, damit die Wiedererkennung von Parteien und Kandidaten leichter wird. Neben den Namen der Kandidatin oder des Kandidaten sollte ein Foto der Person zu sehen sein. Und neben dem ausgeschriebenen Namen der Partei sollte das farbige Parteilogo stehen."

"Darüber hinaus sind aber auch vor allem die Kandidatinnen und Kandidaten sowie die Parteien aufgefordert, zugängliche Informationsangebote zu schaffen", so Swen Schulz. Hier sei die enge Zusammenarbeit beispielsweise mit dem Volkshochschulverband und weiteren Organisationen, die sich im Bereich Alphabetisierung engagieren, gefragt.

In Deutschland leben 7,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter, die von funktionalem Analphabetismus betroffen sind. Zwei Millionen Menschen davon können zwar einzelne Wörter lesen und schreiben, aber keine ganzen Sätze. Schätzungen zufolge gibt es 750.000 Bürgerinnen und Bürger, die von der Bundestagswahl ausgeschlossen sind, weil ihnen das Lesen des Wahlscheines schwer oder gar nicht möglich ist.