Dilek Kolat: Menschen haben ihre Würde und Arbeit hat ihren Preis

Dilek Kolat: Menschen haben ihre Würde und Arbeit hat ihren Preis

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Berlin setzt sich weiter fort. Anders als im Bund gab es in Berlin sowohl im Vormonatsvergleich als auch im Vorjahresvergleich weniger Arbeitslose.

Im Februar waren demnach in unserer Stadt insgesamt 217.507 Arbeitslose gemeldet. Das waren 1.564 weniger als im Vormonat und 10.630 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 12,3 Prozent. Sie lag damit um 0,1 Prozentpunkte unter der des Vormonats und um 0,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich der Bundesländer hat Berlin damit mittlerweile Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt hinter sich gelassen.

Auch der Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse hält unvermindert an. Im Dezember 2012 waren 1.212.400 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 34.500 mehr als ein Jahr zuvor. Mit dieser Steigerung von 2,9 Prozent liegt Berlin erneut und deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 1,2 Prozent.

Die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat erklärt: „Die nach wie vor positive Entwicklung auf dem Berliner Arbeitsmarkt zeigt, dass wir mit unserem Programm ‚BerlinArbeit‘ die Weichen gestellt und den arbeitsmarktpolitischen Rahmen richtig gesetzt haben. Es bewährt sich, dass wir in der aktuellen Arbeitsmarktphase den Fokus auf den ersten Arbeitsmarkt legten. Im Mittelpunkt steht immer auch das Thema ‚Gute Arbeit‘, also insbesondere faire und gesunde Arbeitsbedingungen und eine existenzsichernde Entlohnung."

„So kann es nicht sein, dass Menschen, obwohl sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen, auf aufstockende Leistungen der Jobcenter angewiesen sind, weil ihr Einkommen nicht zur Sicherung des Lebensunterhalts von sich und ihren Familien ausreicht“, so Kolat weiter. In Berlin trifft das auf ca. 129.000 erwerbstätige Menschen zu. „Wo das Land Berlin eigene Gestaltungsmöglichkeiten hat, so die Arbeitssenatorin, „nutzen wir diese“. So haben wir mit dem Berliner Vergabegesetz durchgesetzt, dass die Vergabe öffentlicher Aufträge an eine Entlohnung von 8,50 Euro gebunden ist. Gleiches gilt für unsere ergänzende Förderung von Arbeitsverhältnissen in Unternehmen durch Coaching und Qualifizierung. Auch hier muss grundsätzlich ein Stundenlohn von 8,50 Euro gezahlt werden. Der allgemeine Mindestlohn bleibt für mich auf der Tagesordnung. Ich werde deshalb nicht nachlassen, für die Einführung eines bundesweiten gesetzlichen Mindestlohns zu werben und zu streiten, denn für mich bleibt es dabei: Menschen haben ihre Würde und Arbeit hat ihren Preis“, so Dilek Kolat.