Seitentitel

Aus Überzeugung. Filmpremiere in Berlin

Wolfgang Thierse, Siegfried Heimann, Helmut Hampel (v.l.) beim Zeitzeugengespräch.

 

Premiere im Weddinger Prime Time Theater. Die Berliner SPD lud am 20. Februar Genossinnen und Genossen ein, den Film “Wenn Du was verändern willst” zum ersten Mal in der Hauptstadt zu sehen.

Der Andrang war groß, die Sitzreihen des Kinos vollständig gefüllt. Der Landesvorsitzende der Berliner SPD Jan Stöß ging in seiner Begrüßung auf den Anlass der Filmvorführung ein: „150 Jahre Sozialdemokratie in Deutschland. Darauf können wir zu Recht stolz sein. Diese und sehr viele andere Veranstaltungen in Berlin und im Rest der Republik werden uns als Sozialdemokraten gehörig motivieren in diesem Bundestagswahlkampf eine wirkliche Richtungsentscheidung hin zu bekommen.“

In einem Gespräch mit zwei Zeitzeugen führte Siegfried Heimann, Vorsitzender der Berliner Historischen Kommission, zu Beginn in den Film ein. Stolz waren sicher nicht wenige der Anwesenden im Theatersaal auf die Zeitzeugen Helmut Hampel und Wolfgang Thierse. Zu beiden verlas Heimann Führungszeugnisse der besonderen Art. Über Helmut Hampel, der im Osten Berlins aufwuchs, sich nach dem Krieg dort in der SPD engagierte und bis zum Beschluss 1961 unerschrocken für das Recht sozialdemokratische Politik in der sowjetischen Besatzungszone zu machen, eintrat, schrieb ein Stasi-Spitzel, dass er absolut untauglich für einen Einsatz als IM sei und voll und ganz zu seinen sozialdemokratischen Überzeugungen stehen würde. Bei diesem Satz applaudierten die Filmbesucher.

 
Oliver Tautorat und Jan Stöß (v.l.) im Gespräch.

Oliver Tautorat und Jan Stöß (v.l.) im Gespräch.

 

Wolfgang Thierse, ebenfalls in der ehemaligen DDR aufgewachsen, beschrieb seinen Weg – zunächst in die SDP – und später in die SPD. Er habe damals Angebote anderer Parteien abgelehnt auf schnellem Wege gleich ganz nach oben zu kommen, weil er keiner Blockpartei angehören wollte, sondern die Neugründung der Sozialdemokratischen Partei in Ostdeutschland als spannend und herausfordernd empfand. „Als Willy Brandt mich beim Vereinigungsparteitag in die Arme nahm und ihm die Tränen kamen, da dachte ich, mehr kannst du in der Politik nicht erreichen.“ Auch für Wolfgang Thierse gab es viel Applaus aus dem Publikum.

Der gut eineinhalb stündige Film schien vielen der Zuschauer zu gefallen, auch wenn im Zeitraffer noch manches andere Ereignis und manche andere Persönlichkeit der SPD-Geschichte zu erwähnen gewesen wäre. Der Film bot aber auch Stoff zum Nachdenken, Diskutieren und zum Stolzsein auf das Erreichte und die 150jährige Solidarität.