Hommage an Willy Brandt

"Hommage an Willy Brandt"

Hommage an Willy Brandt: Wieland, Wowereit
 

"Willy Brandt war für ein anderes, ein friedliebendes Deutschland ins Exil gegangen, um von dort aus Widerstand gegen die Nazis zu leisten", so Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit in seiner Gedenkrede für Willy Brandt im Berliner Abgeordnetenhaus. "Nach den Verheerungen des Krieges setzte er sich für den Wiederaufbau eines freien, demokratischen Landes ein. Seine Vision war die eines Europas, in dem wir mit unseren Nachbarn friedlich zusammenleben. Er hat sich in Polen vor den Opfern des Warschauer Ghettos verneigt. Seine Ostpolitik führte zur Entspannung in Europa."

Zu einer „Hommage an Willy Brandt“ anlässlich dessen 100. Geburtstages hatten das Abgeordnetenhaus, der Berliner Senat und die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung am 5. Dezember 2013  in den Plenarsaal des Abgeordnetenhauses von Berlin eingeladen. Neben Abgeordnetenhauspräsident Ralf Wieland und Klaus Wowereit (Bild) waren zahlreiche Ehrengäste gekommen, darunter die Witwe Brandts Brigitte Seebacher, der langjährige Weggefährte Egon Bahr mit seiner Frau, die ehemaligen Regierenden Bürgermeister Richard von Weizsäcker und Walter Momper und der Präsident der Akademie der Künste Klaus Staeck.

"Ein Land, das einen Mann wie Willy Brandt als Regierungschef hervorgebracht hat und der in seinem moralischen Anspruch so standhaft war – auch gegenüber den Gestrigen, die ihn immer wieder als ‚vaterlandslos‘ zu denunzieren suchten: Ein solches Land taugte in der Sowjetunion nicht mehr als Schreckgespenst", sagte Wowereit in seiner Rede. "In einem solchen politischen Klima, das Willy Brandt mit geschaffen hat, wurde in den 80er-Jahren nicht nur Abrüstung zwischen den Supermächten möglich, sondern auch das Einverständnis Gorbatschows zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten. So steht Willy Brandt bis heute auch für die Erfahrung, dass man mit Mut und Geduld, Beharrlichkeit und politischer Klugheit etwas an den Verhältnissen ändern kann. Dass Politik auch unter extrem schwierigen Bedingungen gestaltbar ist. Und dass Politik unmittelbar Gutes für die Menschen bewirken kann. Das ist es, was uns an Willy Brandt nicht loslässt, der es wie kaum ein anderer Politiker im 20. Jahrhundert vermochte, die Menschen für eine lebendige Demokratie zu bewegen."

Foto: Heiko Hanschke