"Unionsfrauen opfern Frauenquote"

"Unionsfrauen opfern Frauenquote"

Demonstration für die Frauenquote in Vorständen: Elke Ferner, Mechthild Rawert. Foto: Geisthardt

Demonstration für die Frauenquote in Vorständen: Elke Ferner, Mechthild Rawert. Foto: Geisthardt

 

Die Ablehnung einer festen Frauenquote für Führungspositionen in der Wirtschaft durch die schwarz-gelbe Regierungskoalition ist mit Enttäuschung aufgenommen worden. "Die Botschaft der CDU/CSU- und FDP-Fraktionen insbesondere an die jüngeren Frauen lautet: Bis hierhin und nicht weiter! Auch die am besten ausgebildete Frauengeneration darf nicht an die Spitze, darf nicht verantwortungsvoll entscheiden!", so die Bewertung der Berliner SPD-Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert. Schwarz-Gelb verweigere Frauen damit Lebensperspektiven, erklärte Rawert. "Damit führt Schwarz-Gelb unserer Gesellschaft nachgewiesenermaßen einen volkswirtschaftlichen Schaden zu."

 

 
Frank-Walter Steinmeier: Aktion zur Frauenquote. Foto: Geisthardt

Frank-Walter Steinmeier: Aktion zur Frauenquote. Foto: Geisthardt

 

Die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Elke Ferner warf der ersten Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland vor, die am besten ausgebildete Frauengeneration im Regen stehen zu lassen. "Christdemokratinnen vom Format Rita Süssmuths, die zu ihrer Überzeugung auch bei Abstimmungen stehen, gibt es nicht mehr", sagte Ferner. "Anders ist das heutige Nein der Union zu allen Vorschlägen für eine gesetzliche Frauenquote in Führungsgremien der Wirtschaft nicht zu erklären. Wer endlich mehr Frauen in die Top-Positionen der Wirtschaft bringen will, hätte heute mindestens dem Hamburger SPD- Vorschlag zustimmen müssen. Aber auch die beiden CDU-Ministerpräsidentinnen, die im Bundesrat dem Hamburger Gesetzentwurf noch zugestimmt haben, machen sich vom Acker." Die Unionsfrauen hätten damit die Frauenquote geopfert.

Der Gesetzentwurf der SPD-Fraktion „Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen in Wirtschaftsunternehmen“ sieht eine Geschlechterquote für Aufsichtsräte und Vorstände vor. Ab 2013 eine Mindestquote von 30 Prozent für Aufsichtsräte (Vorstände 20 Prozent) und ab 2015 40 Prozent für Aufsichtsräte und Vorstände.