SPD begrüßt "behutsame Entwicklung des Tempelhofer Feldes"

Mehr Wohnraum: SPD begrüßt "behutsame Entwicklung des Tempelhofer Feldes"

Tempelhofer Feld
 

Berlin könne am ehemaligen Flughafengelände in Tempelhof nicht auf die vorgesehenen Baufelder verzichten, wie dies die Initiatoren eines Volksbegehrens gefordert haben. Vielmehr müsse dort eine sozial verträgliche Bebauung ermöglicht werden, forderte der Berliner SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß. "Berlin wächst und braucht dringend mehr bezahlbaren Wohnraum", erklärte er. „Wir wollen das Tempelhofer Feld als großen Park erhalten, doch am Rand muss eine Bebauung möglich sein.“ Stöß begrüßte die Entscheidung des Berliner Senats, den Antrag  auf Einleitung des Volksbegehrens zum Erhalt des Tempelhofer Felds abzulehnen.
Der SPD-Landesvorsitzend forderte zugleich, dass "alle Nutzungskonzepte auch Raum für das Gedenken an das KZ Columbiahaus und die Zwangsarbeiterlager während der Nazidiktatur lassen müssten".

„Nach den derzeitigen Plänen sollen an den Rändern 4.700 Wohnungen entstehen", erklärte die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Iris Spranger. "Das werden in erster Linie bezahlbare Mietwohnungen sein. Zudem werden auch Sportflächen und Kindertagesstätten und Schulen entstehen, die in den angrenzenden Quartieren dringend benötigt werden. Die behutsame Entwicklung des Tempelhofer Feldes hat für die gesamte Stadt eine herausragende Bedeutung.“

Das Tempelhofer Feld sei in seiner derzeitigen Form nur für einen eingeschränkten Teil der Bevölkerung tatsächlich zur Erholung nutzbar, so Spranger. Wenige Sitzmöglichkeiten und fehlender Schatten schränken heute die Nutzung vor allem für Familien mit Kindern oder für ältere Menschen stark ein. „Die öffentliche Hand ist verpflichtet, unterschiedliche Interessen abzuwägen und Flächen so zu entwickeln, dass sie den Bedürfnissen möglichst vieler Menschen entsprechen. Deshalb ist die heutige Entscheidung des Senats richtig, “ so Iris Spranger.

 

Der Berliner Senat hatte das Volksbegehren in seiner Sitzung am 16. April abgelehnt, weil es nicht seinen stadtentwicklungspolitischen Zielen entspricht. Stadtentwicklungssenator Michael Müller: "Der Senat plant, neben der 230 ha großen Freifläche in der Mitte des Tempelhofer Feldes, einige quartiersnahe Randgebiete auch für den Neubau dringend benötigter Wohnungen zu nutzen. Dabei geht es in erster Linie um die Schaffung von Wohnraum zu bezahlbaren Mieten. Im Rahmen einer nachhaltigen Daseinsfürsorge kann auf die citynahen Flächenpotenziale des Tempelhofer Feldes für die Entwicklung von Wohnungsbau- und Gewerbeflächen nicht verzichtet werden.“ Im zeitlichen Zusammenhang mit der Bebauung sollen am Rand des Tempelhofer Feldes auch Einrichtungen der sozialen Infrastruktur, z.B. Sport- und Freizeitflächen, Kindertagesstätten und Schulen, geschaffen werden. Diese sollen auch vorhandene Defizite in den bestehenden Strukturen beheben.

Nach der Ablehnung durch den Senat hat jetzt das Berliner Abgeordnetenhaus vier Monate Zeit, sich mit dem Antrag zu befassen. Lehnen die Abgeordneten das Anliegen mehrheitlich ab, können die Initiatoren bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport die Durchführung des Volksbegehrens verlangen.