Friedenau: Solidarität mit Rabbiner Alter

Friedenau: Solidarität mit Rabbiner Alter

Dilek Kolat, Daniel Alter

Dilek Kolat und Daniel Alter

 

"Diese Stadt muss weltoffen und tolerant bleiben. Das lassen wir uns von niemandem nehmen", sagte Rabbiner Daniel Alter zum Abschluss einer Kundgebung gegen Antisemitismus und Gewalt am Sonntagmittag auf dem Grazer Platz in Friedenau. Alter war am Dienstag zuvor zusammen mit seiner siebenjährigen Tochter in der Nähe seiner Wohnung in Friedenau Opfer eines brutalen Überfalls von vier Jugendlichen geworden.

Rund 1300 Menschen waren einem Aufruf der evangelischen Philippus-Nathanael-Kirchengemeinde, der  SPD Friedenau, der Jusos und der AG Migration und Vielfalt in der SPD Berlin gefolgt und drückten ihre Solidarität aus. "Dies ist keine Parteiveranstaltung", stellte Mit-Organisator Felix Bethmann zu Beginn klar. Vielmehr gelte es, gemeinsam ein Zeichen zu setzen. "Wir verurteilen diese widerliche Tat aufs Schärfste und zeigen unsere Solidarität mit Daniel Alter, seiner Familie, der jüdischen Bevölkerung in Berlin und in aller Welt." Es gelte aufzustehen gegen jede Form von Antisemitismus. 

 

 
die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert

die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert

 

"Wir brauchen Sie", sagte Berlins Senatorin für Arbeit und Integration Dilek Kolat, als sie sich an Rabbiner Alter wandte. Sie betonte den Abscheu über die Tat und wies darauf hin, wie an anderen Stellen der Stadt durch bürgerschaftliches Engagement dem Hass und der Intoleranz der Boden entzogen worden sei. Sie rief zu Wachsamkeit und Zivilcourage auf. Es gebe viel Verbindendes zwischen den Religionen. "Wir müssen den Dialog fortsetzen", so die Senatorin.

Der Friedenauer SPD-Vorsitzende Serge Embacher rief dazu auf, über den Tag hinaus für Zusammenhalt zu sorgen. Er lud zur Gründung einer Bürgerstiftung Friedenau ein.

 

 
Kundgebung mit Daniel Alter

Kundgebung mit Daniel Alter

 
 
Bei der Unterschrift: der SPD-Abgeordnete Frank Zimmermann

Bei der Unterschrift: der SPD-Abgeordnete Frank Zimmermann

 

Thomas Lübke, Pfarrer der Nathanael-Kirche, brachte am Ende der Kundgebung ein Transparent am Grazer Platz an, das die Unterschriften zahlreicher Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kundgebung trägt. "Wir sind gegen Gewalt und Antisemitismus" steht darüber.

 

Fotos: Horb