AG Migration kritisiert Menschenrechtsverletzungen im ESC-Gastgeberland

AG Migration kritisiert Menschenrechtsverletzungen im ESC-Gastgeberland

Auf die Schattenseiten der ESC-Party hat die Berliner SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt hingewiesen: Die fröhliche „Party“  iIm Gastgeberland des diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC), Aserbaidschan, werde von Menschenrechtsverletzungen überschattet, erklärte der Landesvorsitzende der AG Migration und Vielfalt, Aziz Bozkurt.

"JournalistInnen werden bedroht und zivilgesellschaftliche Akteure eingeschüchtert und gefangen genommen", sagte Bozkurt. "Wir sehen es als unsere Aufgabe darauf hinzuweisen. Wenn der Scheinwerfer scheint, dann auch auf die negativen Ereignisse rund um Glanz und Glamour."
Jedes Jahr seit 1956 rücke Europa mit dem ESC ein Stück weiter zusammen. Was in den Nachkriegsjahren als kleine Veranstaltung begonnen habe, hat heute Kultstatus und bringt ganze Nachbarschaften zusammen. "Die Vielfalt Europas wird hier Jahr für Jahr aufs Neue zelebriert", erklärt Aziz Bozkurt.
Bozkurt: "Die Zwangsumsiedlungen im Umfeld des Veranstaltungsortes in Baku haben Familien ins Elend gestürzt. Weder wurden ausreichend Entschädigungen noch Hilfsleistungen angeboten. Dem SPD-Bundestagsabgeordneten Christopher Strässer, der gleichzeitig Berichterstatter des Europarates für die politischen Gefangenen in Aserbaidschan ist, wird das Visum zur Einreise verwehrt. Die Einschränkung der Versammlungs- und Redefreiheit sowie die Gefangennahme einzelner JournalistInnen und Aktivisten, ist ein nicht hinnehmbarer Zustand."
Während hunderte von Millionen Euro allein in den Bau von "Crystall Hall", der Austragungsstätte und weitere Werbeprojekte gesteckt wurden, fehlen Gelder für wichtige Infrastrukturprojekte, wie zum Beispiel die Wasserversorgung in den dörflichen Gegenden des Landes. Aziz Bozkurt: "Wir hoffen, dass der Eurovision Song Contest Licht ins Dunkel bringt. Den Menschen in Aserbaidschan muss der Rücken gestärkt werden. Ihre Lebensumstände und der Mangel an Demokratie und Gerechtigkeit dürfen auch nach dem bunten Fest nicht vergessen werden. Nicht, dass es am Ende der Veranstaltung heißt: zero points für Menschenrechte und Demokratie.“