SPD-Aufruf: Keine NPD-Kundgebung in Friedrichshain!

SPD-Aufruf: Keine NPD-Kundgebung in Friedrichshain!

In einem gemeinsamen Aufruf fordern die Berliner SPD, die SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses und die Berliner Jusos dazu auf, der NPD entschlossen entgegenzutreten, die am 17. Juni das Gedenken an den Arbeiteraufstand in der DDR für ihre Zwecke missbrauchen will.

Die NPD will am 17. Juni eine Kundgebung am Strausberger Platz abhalten. "Immer wieder versuchen Neonazis historische Daten für sich zu besetzen und nationalistisch umzudeuten", heißt es im SPD-Aufruf. "Die tatsächlichen Geschehnisse spielen dabei keine Rolle. Es geht der NPD nur darum, ihre nationalsozialistische Hetze auf die Straße zu tragen und über historische Ereignisse Sympathisant_innen zu gewinnen. Ihre Botschaft ist dabei immer: menschenverachtende Ausgrenzung und Gewalt. Wir werden ihnen keinen Raum dafür überlassen!"

Die NPD möchte an den 17. Juni 1953 anknüpfen, als Arbeiter_innen in der DDR, ausgehend von der Großbaustelle Stalinallee (die heutige Karl-Marx-Allee), gegen zu hohe Normen streikten. In den meisten Orten der DDR schlossen sich unzählige Menschen an.
Sie forderten den sofortigen Rücktritt der SED-Regierung und freie Wahlen. Sowjetische Panzer schlugen die landesweite Streikwelle schließlich brutal nieder. "Der Solidarität der Streikenden und ihres Einsatzes für demokratische Rechte möchten wir gedenken –
das lassen wir uns nicht nehmen!", heißt es im SPD- Aufruf.

Der Kampf gegen rassistische, antisemitische, nationalistische und homophobe Tendenzen sei mühevoll. In Berlin gebe es immer noch viel zu viele Vorfälle, so die SPD.

"Wir werden ihnen wieder entschlossen entgegentreten! Kommt alle am Sonntag, dem 17. Juni ab 10 Uhr zur Gegenkundgebung der Initiative gegen Rechts Friedrichshain am Strausberger Platz in Friedrichshain! Anschließend wollen wir am Gedenkstein am Rosengarten (U-Bahnhof Weberwiese) an die Akteur_innen und Opfer des 17. Juni 1953 erinnern", heißt es im Aufruf.