Isenberg: "Kinderhospizarbeit stärken"

Isenberg: "Kinderhospizarbeit stärken"

 

Mehr als 760 Freiwillige leisten mit jährlich rund 115.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit für Kinderhospize. Darauf hat der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Thomas Isenberg, anlässlich des "Tag der Kinderhospizarbeit" hingewiesen. "Ich bewundere dieses Engagement für lebensverkürzend erkrankte Kinder und drücke meine höchste Wertschätzung aus", so Isenberg.

Mit Bedauern stellt der SPD-Politiker dagegen fest, dass die Strukturen dieser wichtigen Arbeit oftmals keineswegs ausreichend ausgebaut sind. isenberg: "Der Bedarf an Kinder- und Jugendhospizarbeit, aber auch an stationären und ambulanten Erwachsenen- und Seniorenhospizen, ist wesentlich höher. Kassen und Leistungsträger sind in der Pflicht, verstärkt zu handeln. Insbesondere fehlt in vielen Bundesländern die Umsetzung der bereits 2007 von SPD-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt bundesrechtlich verankerten spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV)."

Die aktuellen Zahlen zeigen nach Ansicht Isenbergs, dass im Jahr 2011 lediglich bundesweit 11 SAPV-Verträge speziell für Kinder abgeschlossen wurden. Dies
wäre aber nötig, um die Versorgung schwerstkranker Kinder mit Hilfe der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung wesentlich zu verbessern. Zudem sei es überfällig, auch Beratungsangebote sowie Strukturen der oftmals äußerst intensiv nötigen Trauerarbeit weiter zu professionalisieren. Isenberg: "Statt trauernden Kindern (oder Erwachsenen) Psychopharmaka zu verordnen, ist oftmals eine intensive psychologisch professionell begleitete Trauerarbeit der bessere Weg. Ich würde mich freuen, könnten diese Aspekte bei der anstehenden Überarbeitung der Verträge, auch unter direkter Einbeziehung der Pflege, seitens der beteiligten
Vertragspartner in Berlin verstärkt berücksichtigt werden. Weitere wichtige Handlungsfelder ergeben sich aus dem seit einem Jahr vom Senat vorgestellten 3.
Hospiz- und Palliativkonzept für das Land Berlin. Hier sollte die Senatsgesundheitsverwaltung konsequent anknüpfen."