"Lebensstandard im Alter sichern"

"Lebensstandard im Alter sichern"

Fachtagung Rentenpolitik
 

„Eine Lebensstandard sichernde Altersversorgung ist bezahlbar, wenn wir heute die richtigen Schlussfolgerungen ziehen.“ Das stellte der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß zum Abschluss der rentenpolitischen Fachtagung der Berliner SPD am Mittwochabend fest.
Auf einhellige Kritik der Experten stieß die am selben Tag erfolgte Entscheidung der Bundesregierung, die Rentenbeiträge von 19,6 auf 19 Prozent zu senken. Das bringe dem Durchschnittsverdiener etwas über 5 Euro monatlich, richte langfristig aber großen Schaden an. Stattdessen müsste über eine moderate Erhöhung von 0,2 Prozent, je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu zahlen, eine Demografierücklage geschaffen werden. Damit könne das Rentenniveau langfristig auf über 50 Prozent des Durchschnittseinkommens stabilisiert werden.
Ver.di-Expertin Judith Kerschbaumer machte vor allem auf die dramatische Entwicklung bei der Altersversorgung von Frauen aufmerksam. Mini-Jobs und Teilzeitarbeit führen absehbar zu Altersarmut. Kerschbaumers Rat: Mini-Jobs abschaffen, Mindestlöhne einführen und "den Arbeitsmarkt in Ordnung bringen".

Der stellvertretende DGB-Vorsitzende Christian Hoßbach stellte das DGB-Konzept zur Renten vor, mit dem das heutige Rentenniveau auch dann gesichert werden kann, wenn der Rentenbeitrag – wie gesetzlich vorgesehen – auf 22 Prozent im Jahr 2030 begrenzt wird. Der DGB lege sich damit nicht auf diese Beitragshöhe fest, sondern zeige, dass selbst unter diesen Bedingungen erhebliche Spielräume entstehen, um die Rente der Zukunft zu sichern.


Materialien zu den Vorträgen finden Sie hier.